Bundesregierung beendet Nutzung von Schloss Meseberg
Der Mietvertrag läuft im Februar 2027 aus – der Bund der Steuerzahler verweist auf hohe Kosten bei vergleichsweise seltener Nutzung.

Die Bundesregierung wird Schloss Meseberg in Brandenburg künftig nicht mehr als Gästehaus nutzen. Der bestehende Mietvertrag mit der Messerschmitt-Stiftung soll nach rund 20 Jahren im Februar 2027 enden.
Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler endet damit ein Projekt, das über viele Jahre hinweg hohe laufende Kosten verursacht habe, obwohl die Liegenschaft nur selten für Veranstaltungen genutzt worden sei.
Bereits im Schwarzbuch 2019/20 hatte der Bund der Steuerzahler die Nutzung des Schlosses kritisiert. Damals wurde bemängelt, dass jährliche Unterhaltskosten in Millionenhöhe einer vergleichsweise geringen Zahl an Nutzungstagen gegenüberstanden. Nach damaliger Darstellung seien auch Termine wie der „Tag des offenen Schlosses“ oder die Weihnachtsbaumübergabe an das Bundeskanzleramt in die Nutzungsstatistik eingeflossen.
Inzwischen sieht auch die Bundesregierung die Wirtschaftlichkeit der Nutzung kritisch. Auf Anfrage des Bundes der Steuerzahler teilte sie demnach mit, dass die Aufwendungen für Betrieb und Unterhalt des Schlosses nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zum Mehrwert der Liegenschaft stünden.
Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler wurde Schloss Meseberg in den bisherigen 19 Jahren an insgesamt 120 Tagen für Veranstaltungen genutzt. Das entspricht durchschnittlich etwas mehr als sechs Nutzungstagen pro Jahr. Gleichzeitig seien Unterhaltskosten von rund 95 Millionen Euro entstanden. Hinzu kamen demnach etwa 13 Millionen Euro für die ursprüngliche Herrichtung des Schlosses sowie weitere rund 2,5 Millionen Euro für den vertraglich vorgesehenen Rückbau, insbesondere von Sicherheitstechnik.
Insgesamt beziffert der Bund der Steuerzahler die Kosten damit auf rund 110,5 Millionen Euro. Bei 120 Nutzungstagen ergibt sich daraus rechnerisch ein Durchschnittsbetrag von gut 920.000 Euro pro Nutzungstag.
Quelle: Bund der Steuerzahler | Das Schwarzbuch | Anna Hierlwimmer


