E-Ladeplätze: Was Autofahrer beim Parken und Laden beachten müssen
Wer öffentliche Ladesäulen nutzt, sollte Beschilderung, Anbieterbedingungen und mögliche Zusatzkosten genau im Blick behalten.
Mit der wachsenden Zahl an Elektrofahrzeugen nehmen auch die Fragen rund um öffentliche Ladepunkte zu. Immer wieder geht es dabei um belegte Ladeplätze, abgelaufene Parkzeiten, zusätzliche Kosten oder sogar das Abschleppen falsch abgestellter Fahrzeuge. Maßgeblich sind dabei nicht nur die Verkehrszeichen vor Ort, sondern auch die Vertragsbedingungen der jeweiligen Ladeanbieter sowie Entscheidungen der Gerichte. Darauf weisen die ARAG Experten hin.
Verbrenner auf E-Ladeplätzen: Abschleppen kann zulässig sein
Parkflächen an Ladesäulen sind in der Regel für Elektrofahrzeuge vorgesehen. Das gilt besonders dann, wenn die Fläche entsprechend ausgeschildert und klar erkennbar mit einer Lademöglichkeit verbunden ist. Fahrerinnen und Fahrer von E-Autos sollen sich darauf verlassen können, dass solche Plätze tatsächlich zum Laden zur Verfügung stehen.
Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf kann ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor auch dann abgeschleppt werden, wenn es im konkreten Moment kein anderes Fahrzeug unmittelbar behindert. Entscheidend ist, dass der Parkplatz eindeutig für Elektrofahrzeuge mit Lademöglichkeit bestimmt ist. Das Gericht bestätigte damit, dass solche Flächen freigehalten werden dürfen (Az.: 14 K 7479/22).
Blockiergebühren: Nach dem Laden muss der Platz frei werden
Auch Elektroautos dürfen Ladeplätze nicht unbegrenzt belegen. Viele Anbieter berechnen zusätzliche Gebühren, wenn ein Fahrzeug nach abgeschlossenem Ladevorgang weiter an der Säule stehen bleibt.
Das Amtsgericht Karlsruhe hat eine entsprechende Vertragsklausel für rechtmäßig erklärt. Betreiber hätten ein berechtigtes Interesse daran, dass Ladesäulen nach dem Ende des Ladevorgangs wieder verfügbar sind (Az.: 6 C 184/23). Nutzer sollten daher die Bedingungen des jeweiligen Anbieters vorab prüfen. Gebühren können auch dann anfallen, wenn das Fahrzeug unbeabsichtigt länger stehen bleibt.
Laden auf Reisen: Vorbereitung schützt vor Problemen
Bei längeren Fahrten mit dem Elektroauto spielt eine gute Planung eine wichtige Rolle. Ladepunkte sollten bereits bei der Auswahl des Reiseziels und bei der Routenplanung berücksichtigt werden. Zwar bieten immer mehr Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze eigene Lademöglichkeiten an, dennoch ist die Infrastruktur regional unterschiedlich dicht ausgebaut.
Öffentliche Ladepunkte lassen sich häufig über Apps finden und freischalten. Da nicht jede Ladesäule mit einem Kartenlesegerät ausgestattet ist, bleiben Lade-Apps oder Ladekarten besonders im Ausland wichtig. In Regionen mit weniger dichtem Ladenetz empfiehlt es sich, frühzeitig nachzuladen.
Apps, Ladekarten und QR-Codes: So wird der Ladevorgang gestartet
Viele Navigations- und Lade-Apps zeigen verfügbare Ladesäulen, Steckerarten und Ladeleistungen an. Für Auslandsreisen kann es sinnvoll sein, zusätzlich die App eines regionalen Anbieters zu nutzen.
RFID-Karten ermöglichen das kontaktlose Freischalten von Ladevorgängen. Auch QR-Codes werden häufig genutzt. Allerdings warnen die ARAG Experten vor manipulierten Codes („Quishing“), bei denen Nutzer auf gefälschte Bezahlseiten weitergeleitet werden.
Bezahlen an der Ladesäule: Kartenleser noch nicht überall Standard
An vielen Ladepunkten erfolgt die Zahlung weiterhin über Apps, Ladekarten oder QR-Code-Lösungen. Kreditkarten und Girocards sind noch nicht flächendeckend verfügbar.
Die EU-Verordnung AFIR schreibt vor, dass neue öffentlich zugängliche Ladesäulen Kartenzahlung ermöglichen müssen. Bestehende Anlagen müssen bis zum 1. Januar 2027 nachgerüstet werden.
Wenn der Akku leer ist: Hilfe über Hersteller oder Pannendienst
Funktioniert ein Ladevorgang nicht oder bleibt das Elektroauto liegen, kann zunächst der Hersteller kontaktiert werden. Alternativ helfen Pannendienste oder ein Kfz-Schutzbrief. Je nach Anbieter ist mobiles Nachladen möglich oder das Fahrzeug wird zur nächsten Ladesäule gebracht.
Fazit: Wer öffentliche Ladepunkte nutzt, sollte sowohl die Beschilderung als auch die Nutzungsbedingungen der Anbieter beachten. Nach dem Laden sollte der Platz zeitnah freigemacht werden. Eine gute Planung hilft, Probleme unterwegs zu vermeiden.
Quelle: ARAG Verbraucherinformation vom 19.05.2026. Eigene redaktionelle Zusammenfassung.

