Kunst und KulturPopulär

Platz am TV 64 soll künstlerisch neu gestaltet werden

Ideen für Aufwertung des Areals in Mitterwöhr reichen von Kunstinstallationen bis Kulturpfad

Neue Kunst an der Peripherie Die Platzgestaltung beim TV 64 wird neu gedacht

Das Parkplatzgelände beim TV 64 in Mitterwöhr hat das Potenzial, ein Vorzeigeareal Landshuts zu werden, möglicherweise sogar zu einem künstlerischen Leuchtturm der Stadt. Darüber waren sich Vertreter der Abteilung Kultur bei der Stadt Landshut, der Interessengemeinschaft (IG) Mitterwöhr und des Sportzentrums Ost bei einer gemeinsamen Ideensammlung zur Neugestaltung dieses Bereichs einig. In den weiteren Planungsprozess soll auch das städtische Referat Bauen und Umwelt einbezogen werden.

Die Recyclingcontainer im optischen Mittelpunkt, die Bronzeskulptur „Königskerze“ an den Rand gedrängt und kaum Beachtung findend. Hier wäre Potenzial für eine Aufwertung des Areals, finden der Leiter der städtischen Abteilung Kultur Benedikt Schramm und der Leiter der Museen der Stadt Landshut, Daniel Schreiber. Anlässlich der Umsetzung des Kunstwerks in den Innenhof des ehemaligen Ursulinenklosters luden sie die IG Mitterwöhr und das Sportzentrum Ost ein, die Themen Kunst und Platzgestaltung neu zu denken.

Schramm charakterisierte eingangs die Örtlichkeit als Treffpunkt der Sporttreibenden und Zentrum von Jugendarbeit und erinnerte an die Historie des Stadtteils mit seinem ehemaligen Spielplatz seiner ehemaligen Standort-Schießanlage. Auch ließ er die Beweggründe für die vor rund 40 Jahren erfolgte Aufstellung des Kunstwerks von Slavko Oblask Revue passieren. Für Schramm könnte dies ein Rahmen für die mögliche Ausgestaltung des Platzes und seiner Bereicherung mit Kunst sein. Schreiber konkretisierte diesen Gedanken, indem er ein interaktives Kunstwerk ins Gespräch brachte, das die im Sportzentrum vorherrschende Dynamik mit der spielerischen Zusammenkunft der Menschen in eine Symbiose bringt. Vorstellbar wäre dies beispielsweise durch eine Installation, die Bewegung in Klänge verwandelt. Dem Gedanken, dass hier Menschen spielerisch zusammenkommen, könnte man auch Rechnung tragen durch von der Öffentlichkeit nutzbare Geräte. Die Gedanken Bewegung und Gemeinschaft ließen sich auch wiederfinden in Kähnen, die als Rutschen verwendet werden können. Der Kunstvertreter konnte sich hier einen für heimische Künstler ausgeschriebenen Wettbewerb vorstellen.

Schreiber verdeutlichte aber auch die gestalterische Ausbaufähigkeit des Platzes, dessen Zweckbestimmung bislang als Parkraum im Vordergrund steht. Schreiber konnte sich hier einen Ausbau mit Forumscharakter vorstellen.

Künstler mit Bezug zu Landshut

Die Anregung von IG-Vorsitzendem Richard Paulicks, es nicht bei einem Kunstwerk zu belassen, sondern das Areal zu einem künstlerischen Zentrum auszubauen, griff Benedikt Schramm gern auf. Er verwies auf Kunstwerke, die im öffentlich zugänglichen Kunstdepot der Stadt untergebracht sind und die an einem dafür geeigneten Standort gut zur Geltung kommen würden. Alle Künstler hätten einen Bezug zu Landshut oder zur Region. Schramm nannte die Namen Ernst Andreas Rauch, Klaus Wiedmann, Franz Weickmann und Fritz König.

Diesen Faden wiederum sponnen IG-Vorsitzender Paulicks und Schatzmeisterin Anja König weiter. Paulicks hatte die Idee zu einem Kulturpfad, der auch als Kulisse für Stadtteilveranstaltungen genutzt werden kann. König konnte sich einen Wechsel der Kunstwerke in zeitlichen Abständen vorstellen.

Schramm brauchte auch eine Vernetzung des Vorhabens mit dem Projekt „Kunst an der Isar“ ins Gespräch. Im Rahmen dieses Projekts zeigen 14 Künstler insgesamt 15 Kunstwerke und Installationen. Eröffnung ist am 27. Juni.

Tobias Mürdter als Sprecher des Sportzentrums Ost war es wichtig, dass die im Rahmen der Haushaltskonsolidierung der Stadt anstehende Neuordnung der Sportstätten nicht eingeengt wird. So könnte es sein, dass gleiche Sparten verschiedener Vereine zusammengelegt werden. Dafür brauche es an einigen Stellen Platz.

Kultur-Abteilungsleiter Schramm unterstrich, dass zur Kunst im öffentlichen Raum auch die städtischen Außenbereiche gehören. Der Platz am Sportzentrum Ost sei eines der schönsten Areale in Landshut. Schramm: „Wir werden von der Kulturseite das Areal für die weitere Planung er-gehen“.

Die Königskerze wird demnächst im Rahmen einer großen, dem Bildhauer Slavko Oblask gewidmeten Ausstellung in der Heilig-Geist-Kirche mit dem Titel „Natur, Kunst, Werk“ zu sehen sein. Die Ausstellung eröffnet am 20. Juni. Der Eintritt ist frei.

Bild: Das Areal am TV 64 bietet Potenzial für eine optische Aufwertung. 

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