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ZDF-Aushängeschild Böhmermann hat den Chef der Cybersicherheitsbehörde, Arne Schönbohm, ohne Beweise diskreditiert

ZDF: Wie lange lassen sich CDU und FDP noch diffamieren?

ZDF-Aushängeschild Böhmermann hat den Chef der Cybersicherheitsbehörde, Arne Schönbohm, ohne Beweise diskreditiert. Die Innenministerin nahm das zum Anlass, den Mann – CDU-Mitglied – loszuwerden. Inwiefern passiert das alles mit stillschweigender Zustimmung des ZDF-Intendanten Himmler?

IMAGO/J. Heinrich, M. Popow, Future Image – Collage: TE

In einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat gilt das Prinzip der Gewaltenteilung. Radio Eriwan würde sagen: „Im Prinzip gilt dieses Prinzip. Aber es gibt Ausnahmen“. Zum Beispiel gibt es gewisse Medien-„Schaffende“, also Leute der sogenannten vierten Gewalt, die die anderen drei Gewalten der Legislative, Exekutive und Judikative in sich mit vereinen. Jan Böhmermann vom ZDF ist so einer. Mit seinem „Magazin Royale“, einer „Late-Night-Show“, gibt er seit November 2020 jeweils für 30 Minuten am späten Freitagabend zugleich den Gesetzgeber, exekutiven Fahnder, Staatsanwalt, Richter und Exekutor. Das mit 2.120 Millionen Euro pro Jahr zwangsfinanzierte ZDF leistet sich allein für „Royale“ ein Team von 70 Leuten (laut Wikipedia).

Weil er bereits mehr als 25 Jahre tot ist, kann er sich nicht mehr dagegen wehren, dass Böhmermanns „Royale“ 2021 sogar einen nach Hanns Joachim Friedrichs (1927–1995) benannten Sonderpreis zugesprochen wurde.

Böhmermann ist ein Gesinnungskrawallmacher mit Affinität zur überbordenden Feindmarkierung, der so manchen Oberen der Geschichte und der Neuzeit gefallen hätte oder gefallen würde. Personen, Meinungen, Überzeugungen, die nicht in Böhmermanns engen Meinungskorridor passen, werden niedergemacht.

Skandalös wird die Sache dann, wenn politisch Verantwortliche, etwa Bundesinnenministerin Nancy Faeser, eine Böhmermann’sche Steilvorlage aufgreifen, deswegen gegen führende Bedienstete Disziplinarverfahren einleiten und dadurch Böhmermanns Treiben auch noch einen rechtsstaatlichen Schein bekommt. Selbst der ansonsten sehr stromlinienförmige Tagesspiegel hat das begriffen.

Michael Verfürden vom Handelsblatt fragt auf Twitter: „TV-Satiriker Jan Böhmermann macht sich über den Präsidenten der Cybersicherheitsbehörde lustig. Der wird daraufhin zwangsversetzt – mitten im Ukraine-Krieg. Wie konnte es dazu kommen?“

Wir haben bei TE ab Oktober 2022 über den mehr als seltsamen Umgang Faesers mit Cybersicherheitschef Arne Schönbohm berichtet und diese Frage gestellt. Denn Faeser hat sich hier de facto von Böhmermann und seiner Sendung vom 7. Oktober 2022 füttern lassen.

Und auch der Innenausschuss des Bundestages brauchte bis heute, ehe er sich jetzt erst mit diesem Skandal befasst. Arne Schönbohm ist zwischenzeitlich vom Chef des Bundesamtes für Sicherheit (BSI) zum Chef der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung (straf)versetzt.

Es ist dies nicht die erste Heldentat von Böhmermann. Angefangen mit einem Schmähgedicht über – man muss Erdogan ob dieses „Satire“-Ausfalls nicht mögen – den türkischen Präsidenten. Er hatte sich wütend mit Kritikern der Corona-Maßnahmen und mit Kritikern des Transsexuellen-Hypes befasst. Letztere sind für Böhmermann „Trottel“, „Sch…haufen“, „Terfs“ (Anmerkung: das sind Trans-Exclusionary Radical Feminism) etc. Weiter meint er, es sei wissenschaftlich erwiesen, dass es mehr als zwei Geschlechter gebe. Andernorts wiederum passt ihm das Apotheken-Logo nicht, weil es ein „Nazi“-Zeichen sei. Politiker der FDP, ebenso wie Journalisten, finden sich auf einem nachgeahmten Fahndungsplakat der RAF wieder, das ZDF nimmt die Sendung nach Erlass einer einstweiligen Verfügung durch Stefan Aust aus der Mediathek. Kritiker (sogar aus dem grünen Milieu), die ihm nach einer seiner jüngsten Sendungen, in der sich das Magazin Christian Schmidt (CSU) widmet, Fehler vorhalten, werden aufs Übelste diffamiert.

Das ZDF ist dennoch nach wie vor angetan von Böhmermann. Kürzlich hat der Sender mit ihm einen weiteren Drei-Jahres-Vertrag abgeschlossen und betont: „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Jan Böhmermann …“ Und so wird denn auch Böhmermanns „Royale“ weiterhin so präsentiert: „Unterhaltung und Relevanz in einer neuen Dimension. Die Wurzeln der Late-Night-Show kombiniert mit journalistischer Recherche – willkommen zur neuen Ära der Gesellschaftssatire mit Jan Böhmermann.“ ZDF-Intendant Himmler ist wohl zu sehr damit beschäftigt, die 2.021 Millionen zu zählen, die der Zwangsgebührenzahler ihm in die Kasse spült, als sich mit Böhmermann zu befassen.

So kann Böhmermann weiter den ZDF-Chefankläger im abgewetzten Mantel eines „Satireformats“ geben. Als Sudel-Ede 2.0 des ZDF. Sudel-Ede war der Schimpfname für den meistgehassten medialen Hetzer Karl-Eduard von Schnitzler im DDR-Fernsehen. Von 1960 bis 1989 war von Schnitzler Kommentator des „Schwarzen Kanals“. Diese 29 Jahre mögen uns mit Böhmermann erspart bleiben. Immerhin finden ihn zwei Drittel der Zuschauer nicht witzig. So eine Umfrage von „Civey“ Anfang Dezember 2022. Das ZDF spricht von „akzeptablen 11,7 Prozent Marktanteil“.

Da hätte das ZDF, das offenbar unter dem Namen „Zweites“ leidet und wenigstens ideologisch Erstes sein möchte, besser auf Böhmermanns früheren Chef, den legendären Harald Schmidt (überwiegend bei SAT1) hören sollen. Schmidt sagte über Böhmermann; dass dieser weit unter seiner „Wahrnehmungsschwelle“ liege – und: „Ich wusste schon früh, dass es Böhmermann als Moderator nie schaffen würde, aber dass er es als Krawallschachtel sehr weit bringen würde, wusste ich auch.“

VON JOSEF KRAUS

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