Gesundheit & Medizin

Organspenderzahl in Bayern 2025 erneut gesunken

Gesundheitsministerin Gerlach wirbt für Einführung der Widerspruchslösung

Gerlach: Zahl der Organspender in Bayern im Jahr 2025 auf 143 zurückgegangen – Bayerns Gesundheitsministerin wirbt für die Widerspruchslösung

Die Zahl der postmortalen Organspender in Bayern ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Darauf hat Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach am Dienstag hingewiesen. Gerlach betonte: „Im vergangenen Jahr gab es in Bayern nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) von Januar bis einschließlich Dezember 143 postmortale Organspender. Das sind 14 Spender weniger als im Jahr 2024.“

Die Ministerin ergänzte:

„Aktuell warten in Bayern rund 1.100 Menschen auf ein lebenswichtiges Spenderorgan – in Deutschland sind es insgesamt rund 8.200. Auch wenn pro Spender in der Regel mehrere Organe vermittelt werden können, ist diese Lücke sehr bedrückend. Ich setze mich daher weiter für eine Änderung des Transplantationsrechts und die Einführung der sogenannten Widerspruchslösung ein.“

Gerlach unterstrich: „Ich hoffe, dass der Bundestag den Gesetzentwurf hierzu bald behandelt und positiv darüber abstimmt. Denn diese Regelung bietet die Chance, dass mehr Menschen ein lebensrettendes Spenderorgan erhalten. Organspende wäre dann der Normalfall bei Vorliegen der gesetzlichen und medizinischen Voraussetzungen, wenn der potenzielle Spender nicht widersprochen hat.“ Der Bundesrat hatte im Herbst des vergangenen Jahres mit Zustimmung Bayerns einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Einführung der Widerspruchslösung mehrheitlich beschlossen.

Die Ministerin ergänzte: „Obwohl laut einer 2024 durchgeführten Umfrage des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit 85 Prozent der Menschen in Deutschland dem Thema Organ- und Gewebespende positiv gegenüberstehen, hat nach eigenen Angaben nach wie vor nur etwa ein Drittel einen Organspendeausweis. Mein Ziel ist deshalb, dass sich mehr Menschen mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und eine Entscheidung treffen. Das wäre auch eine Entlastung für die Angehörigen. Denn wer zu Lebzeiten selbst für Klarheit sorgt, nimmt seinen Angehörigen die Last einer Entscheidung in schweren Stunden.“

Gerlach fügte hinzu: „Zudem wirbt unser Bündnis Organspende Bayern mit seinen rund 70 Mitgliedern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seit fast zehn Jahren dafür, dass sich die Menschen mit dem Thema Organspende befassen. Darüber hinaus unterstützt das bayerische Gesundheitsministerium seit über 20 Jahren das sehr wichtige Projekt ‚Schulklassen in die Transplantationszentren‘ am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2012 bietet auch das Klinikum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem Ministerium und der Deutschen Stiftung Organtransplantation Schülerseminare zum Thema Organspende und Transplantationsmedizin an. Es ist wichtig, insbesondere auch Schülerinnen und Schüler über dieses Thema zu informieren und sie bei der eigenen Meinungsbildung zu unterstützen.“

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