Gerlach fordert stärkere Forschung zu Long- und Post-COVID
Bayerns Gesundheitsministerin betont Ausbau der Versorgung und Forschung
Gerlach setzt sich für Ausbau der Forschung zu Corona-Langzeitfolgen ein – Gesundheitsministerin Gerlach zum internationalen „Long Covid Awareness Day“ am 15. März
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach setzt sich für einen Ausbau der Forschung zu Corona-Langzeitfolgen ein. Gerlach betonte am Sonntag anlässlich des internationalen „Long Covid Awareness Days“ am 15. März: „Es ist wichtig, Menschen mit einer Long- oder Post-COVID-Erkrankung bestmöglich zu versorgen. Das gilt insbesondere mit Blick auf die Fälle mit einem sehr schweren Verlauf, denn viele Erkrankte sind in ihrem Alltag massiv eingeschränkt. Bayern hat zwar schnell gehandelt und bereits im Jahr 2021 eine Post-COVID-Förderinitiative angestoßen. Aber mein Ziel ist es, dass die Forschung auch mit den zur Verfügung stehenden Mitteln des Bundes noch weiter vorangetrieben wird – Betroffene müssen noch mehr Unterstützung erhalten.“
Gerlach erläuterte: „Über Ursachen, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten von Long- oder Post-COVID gab es 2021 noch kaum Erkenntnisse. Die möglichen langfristigen Folgen für die Betroffenen und für das Gesundheitssystem waren nicht absehbar. Bayern hat eine Vorreiterrolle eingenommen, um wichtige Forschung in diesem Bereich anzustoßen. Insgesamt zehn Millionen Euro haben wir seit 2021 in die Hand genommen und in zwei Förderrunden 14 Projekte im Rahmen unserer Post-COVID-Förderinitiative unterstützt.“
Die Ministerin ergänzte: „In kurzer Zeit konnten wir so ein starkes Netzwerk aufbauen. Die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure ist entscheidend, um neue Erkenntnisse schneller in die Versorgung zu übertragen – mit direktem Nutzen für Erkrankte. Deshalb haben wir am vergangenen Dienstag in München ein Post-COVID-Netzwerktreffen veranstaltet. Dabei haben Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis sowie von Betroffenen über aktuelle Projektergebnisse, Erfahrungen und Zukunftsperspektiven gesprochen.“
Die geförderten Projekte setzen entlang der gesamten Versorgungskette an. Schwerpunkte der Projekte sind unter anderem:
- der Aufbau und die Weiterentwicklung spezialisierter Post-COVID-Ambulanzen mit dem Ziel der Übernahme in bestehende Strukturen,
- die Etablierung diagnostischer Ansätze, unter anderem durch Biomarkerforschung und neue Untersuchungsverfahren,
- die Entwicklung und Erprobung innovativer Therapie- und Rehabilitationskonzepte sowie
- die Entwicklung spezifischer Versorgungsangebote für Kinder und Jugendliche.
Gerlach fügte hinzu: „In den vergangenen Jahren hat sich deutlich gezeigt, wie komplex die Erkrankung ist. Umso mehr freut es mich, dass wir auch längere Projektlaufzeiten von über drei Jahren ermöglichen konnten.“ Aktuell laufen noch zwei Vorhaben; das letzte Projekt wird voraussichtlich Ende Dezember 2026 abgeschlossen.
Die Ministerin unterstrich: „Die in Bayern aufgebaute wissenschaftliche Kompetenz wirkt inzwischen auch über die Landesgrenzen hinaus. Bayerische Expertinnen und Experten sind aufgrund ihrer anerkannten Expertise bereits in breitem Umfang an Fördermaßnahmen auf Bundesebene beteiligt. Klar ist aber auch: Es besteht weiterhin Forschungsbedarf.“
In der Behandlung stehen derzeit individuell abgestimmte, symptomorientierte Maßnahmen im Mittelpunkt. So berichten Betroffene mit dem zentralen Symptom „Fatigue“ – einer starken, anhaltenden Erschöpfung – über positive Erfahrungen mit einem konsequenten Energiemanagement, dem sogenannten „Pacing“. Damit kann Überlastung vermieden werden. Auch Entspannungsverfahren können zur Stabilisierung beitragen. Entscheidend sind eine sorgfältige medizinische Begleitung und eine individuell angepasste Therapieplanung.
Gerlach betonte: „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir durch entschlossenes Handeln und enge Zusammenarbeit viel erreichen können. Auch wenn bei Weitem noch nicht alle Fragen geklärt sind, wissen wir heute deutlich mehr über Post-COVID als noch vor wenigen Jahren. Das stimmt zuversichtlich, dass sich die Versorgung von Menschen mit Post-COVID auch künftig weiter verbessern wird.“
Weiterführende Informationen zu Long-/Post-COVID sind auf der Website des Bayerischen Gesundheitsministeriums und des Bundesministeriums für Gesundheit abrufbar. Informationen zu den derzeit laufenden Forschungsprojekten stehen auf der Website des Landesamts für Gesundheit (LGL) zur Verfügung.

