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Feuerwehrverband warnt nach Tesla-Unfall: Versenkbare Türgriffe sind „gefährlicher Trend“

DFV fordert verpflichtende mechanische Öffnungsmöglichkeiten bei Autotüren

Stuttgart. Nach dem schweren Unfall in Schwerte mit drei Todesopfern warnt der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) vor den Risiken versenkbarer, elektrisch betriebener Türgriffe bei modernen Fahrzeugen. Der Wiesbadener Brandamtmann und Fahrzeugtechnik-Ingenieur Jörg Heck forderte im Gespräch mit auto motor und sport, dass sich Autotüren künftig auch nach Ausfall der Stromversorgung von innen und außen jederzeit mechanisch öffnen lassen müssen.

„Ein Ersthelfer muss in der Lage sein, eine nicht verklemmte Tür schnell und ohne Werkzeug zu öffnen. Im Notfall muss man eine Tür von innen und außen intuitiv öffnen können“, so Heck. Türen, die sich nur mit elektrischer Unterstützung öffnen lassen, seien aus Sicht der Rettungskräfte ein „gefährlicher Trend“.

Hintergrund ist der Unfall in Schwerte vor zwei Wochen: Ein Tesla Model S Plaid war von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Das Fahrzeug fing sofort Feuer, die Stromversorgung brach zusammen – vermutlich konnten die versenkbaren Griffe nicht mehr betätigt werden. Der Fahrer und zwei neunjährige Kinder auf der Rückbank starben im brennenden Wagen, ein weiteres Kind konnte sich befreien. „Menschen im Auto müssen die Chance haben, zu fliehen, Ersthelfer und Rettungskräfte die Chance, zuzugreifen“, betont Heck.

Das Problem sei real: „Bei Crashtests ist die 12-Volt-Stromversorgung in der Regel noch vorhanden. In der Realität kommt es gerade bei schweren Unfällen häufiger vor, dass das nicht der Fall ist“, so Heck. Immer mehr Hersteller – darunter Mercedes, Audi und BMW – setzen auf versenkbare Elektrogriffe. Beim Ford Mustang Mach-E öffnen sich die Türen sogar nur noch per Knopfdruck.

Einige Hersteller arbeiten bereits an Lösungen: So wirft Audi beim aktuellen A5 nach Airbagauslösung einen Öffnungsdraht aus, um Türen mechanisch zugänglich zu machen. Ab 2026 drohen Euro-NCAP jedoch Abwertungen bei Fahrzeugen, deren Türsysteme nach Spannungsverlust nicht mehr funktionieren. Auch die UN-Wirtschaftskommission UNECE will das Thema im Dezember auf die Agenda setzen.

„Die Hersteller müssen jetzt handeln. Ohne einfache, mechanische Notlösungen riskieren wir weitere Tragödien“, warnt Heck.


Quelle: auto motor sport –  Redaktion: Claudius Maintz

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