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Brailleschrift als Immaterielles Kulturerbe nominiert

Deutschland und Frankreich bringen Braille bei der UNESCO ins Rennen

Braille: Lesen und Schreiben blinder Menschen als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit nominiert

Deutschland und Frankreich haben gemeinsam die Brailleschrift bei der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit nominiert. Der zuständige Ausschuss der UN-Organisation entscheidet voraussichtlich Ende 2027 über den Antrag.

„Braille ist ein Symbol für gelebte Inklusion“, betont Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission. Die tastbare Schrift ermögliche blinden und sehbehinderten Menschen weltweit den eigenständigen Zugang zu Bildung, Information, Kultur und Beruf und stärke damit ihre gesellschaftliche Teilhabe.

Die Brailleschrift wurde 1825 vom französischen Erfinder Louis Braille entwickelt, der selbst blind war. Seitdem hat sich daraus eine weltweit verbreitete Kulturpraxis entwickelt, die in Schulen, Einrichtungen und Organisationen weitergegeben wird. Dabei passt sich Braille kontinuierlich an neue technische Entwicklungen an und bleibt ein zentraler Bestandteil selbstbestimmter Kommunikation.

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband war maßgeblich an der Nominierung beteiligt. Präsident Hans-Werner Lange bezeichnet Braille als mehr als ein Schriftsystem: Sie sei eine gelebte Kulturform, die Identität stifte und Teilhabe ermögliche.

Bereits seit 2020 ist die Brailleschrift im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen. Mit der gemeinsamen Nominierung soll nun auch die internationale Bedeutung dieser besonderen Form der Kommunikation gewürdigt werden.

 

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