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Ziel erreicht

Mitglieder stimmten für die Auflösung des Vereins

Vorsitzende Ilse Hölzlein, (rechts) und Schriftführerin Edeltraud Nuhn arbeiteten 18 Jahre harmonisch in der Vorstandschaft des Freundeskreises Landshut für das Kloster Helfta e.V. zusammen

Nach 25 Jahren regelmäßiger finanzieller Unterstützung der Zisterzienserinnen von Helfta besiegelten die Mitglieder des Freundeskreises Landshut für das Kloster Helfta e.V. in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Auflösung des gemeinnützigen Hilfsvereins

Stiftspropst Dr. Franz-Josef Baur gratulierte zu einem Vierteljahrhundert erfolgreichen Wirkens

Im Rahmen der kürzlich stattgefundenen, gut besuchten außerordentlichen Mitgliederversammlung des Freundeskreises Landshut für das Kloster Helfta e.V. im Pfarrsaal von St. Martin beschlossen die Teilnehmer einstimmig die Auflösung des gemeinnützigen Hilfsvereins. Dieser Schritt war unabwendbar, weil nach dem aus Altersgründen erfolgten Rücktritt der amtierenden Vorstandschaft mit 1. Vorsitzender Ilse Hölzlein, deren Stellvertreterin Rita Schweiberger, Schatzmeisterin Elisabeth Ruf und Schriftführerin Edeltraud Nuhn im September 2024 keine Nachfolger gefunden werden konnten.

Im Anschluss an diese, von der Vereinssatzung vorgegebene finale Beschlussfassung verlas Ilse Hölzlein ein Schreiben der Äbtissin des Klosters Seligenthal, Sr. M. Christiane Hansen, in dem sie – ähnlich wie im Vorfeld bereits ihre Nachfolgerin als Priorin von Kloster Helfta, Sr. Katharina, – Verständnis für den Wunsch der Vorstandschaft „in den Ruhestand zu gehen“ zeigte und sich im Namen des Ordens für die langjährige, großzügige finanzielle Unterstützung bedankte.

Rückblickend erinnerte die scheidende 1. Vorsitzende daran, dass der Freundeskreis Landshut für das Kloster Helfta genau vor 25 Jahren auf Initiative von Dr. Franziska Seemann gegründet wurde, nachdem die – im Jahr 2009 verstorbene – Alt-Äbtissin Assumpta Schenkl im August 1999 unter großer Anteilnahme der Landshuter Bürgerschaft zusammen mit sieben weiteren ehemaligen Seligenthaler Schwestern in den Ruinen des in der „Lutherstadt Eisleben“ in Sachsen-Anhalt gelegenen Klosters Helfta einen Neubeginn gewagt hatten.

Noch im selben Jahr schlossen sich zur Unterstützung dieses mutigen Vorhabens namhafte Persönlichkeiten wie der damalige Landshuter Oberbürgermeister Josef Deimer, der ehemalige Landgerichtspräsident Prof. Fritz Anders und Niederbayerns Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein zum „Freundeskreis Landshut für das Kloster Helfta e.V.“ zusammen. Laut Ilse Hölzlein, ebenfalls Gründungsmitglied des Freundeskreises und zunächst Stellvertreterin von Christa Zwicknagl, die bis 2006 als Vorsitzende fungierte, zählte der Hilfsverein anfangs rund 240 Mitglieder.

Auf Nachfrage konnte Schriftführerin Edeltraud Nuhn mitteilen, das von 1999 bis 2024 über den Freundeskreis – hochgerechnet – nahezu eine halbe Million Euro an Spenden und Mitgliederbeiträgen nach Helfta geflossen sein dürften.

Ihrer Meinung nach sei es jedoch am wichtigsten, dass der Konvent nach der erfolgreichen Wiederbelebung der einstigen „Krone der deutschen Frauenklöster“ und der frühzeitigen Aufnahme des Klosters in die „Straße der Romanik“ mit seinen Bildungsangeboten im gut ausgelasteten christlichen Begegnungszentrum über ein eigenes, tragfähiges wirtschaftliches Fundament verfügt.

Stiftspropst Dr. Franz-Josef Baur, der die Versammlungsteilnehmer mit seinem Besuch überraschte, zeigte sich erfreut, dass die heutige Abschiedsrunde keines „tröstenden Zuspruchs“ bedürfe. Vielmehr sei nach 25 Jahren der Zweck offensichtlich erfüllt und jetzt genau der richtige Zeitpunkt, den Verein aufzulösen. So könne er nur gratulieren zu einem Vierteljahrhundert segensreichen Wirkens als Unterstützerkreis zwischen Ost und West und Brückenbauer von Landshut nach Helfta.

Im Verlauf des sich anschließenden geselligen Beisammenseins verwiesen mehrere Vereinsmitglieder auf die schwierigen Startbedingungen und großen Probleme, mit denen die Landshuter Ordensfrauen während der Anfangsjahre vor Ort zu kämpfen hatten.

Unvergessen bleibe aber der bewundernswerte Pioniergeist der Seligenthaler Klosterfrauen und die Erinnerung an viele berührende Begegnungen im Rahmen schöner Mitgliederreisen in den vormals noch weitgehend unbekannten Osten der Republik.

Ansicht von Kloster Helfta. Foto: Edeltraud Nuhn
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