ÖDP fordert klimafreundliches Krematorium für Naturfriedhof Berggrub
Fraktion setzt auf Elektroöfen, Photovoltaik und Nutzung der Prozessabwärme
Kein Erdgas in Berggrub: ÖDP will klimafreundlichen Naturfriedhof
Am kommenden Freitag berät der Bausenat der Stadt Landshut über den Aufstellungsbeschluss für den geplanten „Naturfriedhof und Krematorium Berggrub“. Die ÖDP-Stadtratsfraktion bringt hierzu einen Änderungsantrag ein: Wenn im Stadtteil Berg ein Ort für naturnahe Bestattungen entsteht, muss auch das angeschlossene Krematorium konsequent auf Klimaschutz und Energieeffizienz ausgerichtet werden.
Statt auf fossile Energieträger, wie Erdgas setzt die ÖDP auf rein elektrische Kremationsöfen, Photovoltaik zur Eigenstromversorgung und ein nachhaltiges Wärmekonzept. Dabei soll die Prozessabwärme vorrangig für die Gebäude des Friedhofs genutzt werden. Darüber hinaus soll geprüft werden, ob überschüssige Wärme an benachbarte Abnehmer abgegeben werden kann.
„Bereits 2007 hat die Stadt Landshut das verbindliche Ziel definiert, ihre Energieversorgung bis spätestens 2037 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen. Bis dahin haben wir nur noch elf Jahre Zeit“, erklärt ÖDP-Stadträtin Elke März-Granda. „Es passt nicht zusammen, wenn wir einerseits eine Anlage für naturnahe Urnenbestattungen in der freien Landschaft errichten, dort aber gleichzeitig ein Krematorium mit fossilen Gasbrennern genehmigen. Ein moderner Naturfriedhof verdient auch eine moderne, treibhausgasarme Anlagentechnik.“ Moderne Elektrokremationsöfen können die CO₂-Emissionen gegenüber gasbetriebenen Anlagen deutlich reduzieren. Bei Verwendung von erneuerbarem Strom sind Einsparungen von rund 80 Prozent möglich. Durch eine möglichst umfassende Belegung der Dachflächen und der Besucherparkplätze mit Photovoltaik soll ein großer Teil des benötigten Stroms direkt vor Ort erzeugt werden. Der verbleibende Strombedarf soll durch zertifizierten Ökostrom gedeckt werden.
Ein weiteres Kernanliegen ist die Nutzung der anfallenden Prozessabwärme. „Es wäre energiepolitisch absolut fahrlässig, diese Wärme ungenutzt verpuffen zu lassen“, betont ÖDP-Stadträtin Iris Haas. Ziel müsse es sein, die Verwaltungsgebäude und den Verabschiedungsraum vorrangig mit der gewonnenen Abwärme zu beheizen. „Sollte darüber hinaus ein Wärmeüberschuss entstehen, bietet die unmittelbare Nachbarschaft eine interessante Möglichkeit: Die östlich angrenzende JVA Landshut könnte als Abnehmer überschüssiger Wärme infrage kommen. Diese Option muss im Zuge des Verfahrens geprüft werden.“
Finanzielle Nachteile für die Stadt sollen durch die geforderten Maßnahmen nicht entstehen, da der private Investor sämtliche Planungs- und Erschließungskosten trägt. Zugleich sieht die ÖDP in einer klimafreundlichen Ausrichtung auch wirtschaftliche Chancen für den Investor. Während fossile Gasbrenner keinerlei staatliche Unterstützung mehr erhalten, bezuschusst der Bund den Neubau eines klimaneutralen Elektro-Krematoriums und die Abwärme-Nutzung mit großzügigen Fördergeldern.
Der Investor erhält wertvolles Baurecht in bester Lage am Rande des Regionalen Grünzugs Salzdorfer Tal. Im Gegenzug habe die Stadt das Recht und die Pflicht, höchste energetische Standards einzufordern. „Landshut muss als Oberzentrum beim Klimaschutz eine klare Vorbildfunktion übernehmen. Naturnahe Bestattungen und eine klimafreundliche technische Umsetzung gehören für uns untrennbar zusammen“, betont März-Granda.

