Veranstaltung

Achdorf blickt auf jahrhundertealte Weinbaugeschichte zurück

Bürgerverein und Weinzierlbruderschaft begeistern rund 60 Gäste mit Zeitreise

Vom Weinbaudorf Achdorf und einem Wein, der nicht immer schmeckte

Bürgerverein Achdorf und Weinzierlbruderschaft begeisterten rund 60 Gäste mit einer unterhaltsamen Zeitreise

Dass Achdorf einst ein bedeutendes Weinbaudorf war, dürfte vielen bekannt sein. Doch wie schmeckte der Wein damals, wie lebten die Weinzierl und welche Spuren dieser jahrhundertealten Tradition sind bis heute erhalten geblieben? Antworten darauf erhielten rund 60 interessierte Gäste bei einem ebenso informativen wie unterhaltsamen Vortragsabend im Pfarrsaal St. Margaret. Eingeladen hatten der Bürgerverein Achdorf e.V. und die Weinzierlbruderschaft Achdorf-Berg.

Die zweite Vorsitzende des Bürgervereins, Elisabeth Huber, begrüßte die zahlreichen Besucherinnen und Besucher und freute sich über das große Interesse an der Geschichte des Stadtteils. Anschließend nahm Norbert Krieger die Gäste mit auf eine spannende Reise durch mehrere Jahrhunderte Achdorfer Weinbaugeschichte.

Bereits 1402 wurde der Weinbau in Achdorf urkundlich erwähnt. Wie bedeutend dieser Wirtschaftszweig einst war, verdeutlichte Krieger anhand historischer Dokumente und Abbildungen. So ließ Herzog Ludwig X. im 16. Jahrhundert auf der Burg Trausnitz einen riesigen Weinkeller anlegen, dessen größte Fässer bis zu 78.000 Liter fassten. Für besondere Heiterkeit sorgten die unterschiedlichen zeitgenössischen Bewertungen des heimischen Weines: Während manche ihn als durchaus lobenswert beschrieben, rückten andere ihn eher in die Nähe des Essigs. Bezeichnungen wie „Strumpfwein“ oder „Gurgelfretter“ ließen die Gäste schmunzeln.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Geschichte der Weinzierlbruderschaft, deren erste schriftliche Zunftordnung bereits aus dem Jahr 1453 stammt. Sie regelte nicht nur das Handwerk, sondern auch das gesellschaftliche und kirchliche Leben der Weinbauern. Nach der Auflösung der Zünfte wurde die Gemeinschaft als Verein weitergeführt und erfuhr 2013 eine Wiederbelebung. Heute widmet sie sich insbesondere der Pflege des Brauchtums, der Erkundung der Weinbaugeschichte sowie der Pflege des Schauweingartens.

Zum Abschluss erläuterte Erich Sendlinger anhand historischer Aufzeichnungen aus dem Briefprotokoll der Hofmark Achdorf alte Grundstücksdarstellungen am Beispiel des Verkaufs eines Weingartens und deren Zeichen. Damit wurde die Geschichte des Weinbaudorfes auch anhand konkreter historischer Zeugnisse anschaulich nachvollziehbar.

Für besondere Abwechslung sorgten immer wieder gemeinsam gesungene Lieder, bei denen die Gäste begeistert mitmachten. So wurde aus dem historischen Vortrag ein lebendiger und geselliger Abend.

Den passenden Abschluss bildete eine Verkostung von Weinen aus der Weinmanufaktur Krieger in Deutenkofen. Bei einem guten Glas Wein entwickelten sich zahlreiche angeregte Gespräche, und viele Besucherinnen und Besucher blieben noch lange beisammen.

Der gelungene Abend zeigte einmal mehr, wie spannend die Geschichte des eigenen Stadtteils sein kann, wenn sie mit Sachkenntnis, Humor und Begeisterung vermittelt wird. Zugleich wurde deutlich, wie wertvoll das Engagement der Vereine ist, die solche Traditionen lebendig halten und an kommende Generationen weitergeben.

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