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ÖDP Brandenburg fordert Massenrückruf wegen Tesla-Türgriffen

Partei warnt vor lebensgefährlichen Risiken nach Unfällen

Der tödliche Unfall im Landkreis Teltow-Fläming 2022 auf der Landstraße 73 bei Dobbrikow bewegt noch immer viele Menschen – und er wirft drängende Fragen auf, die bis heute unbeantwortet sind.

Zwei Jugendliche auf dem Rücksitz eines Tesla Model S verbrannten, nachdem sich die Türen nach einem Crash nicht mehr öffnen ließen. Aus Sicht der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) ist klar: Die Diskussion um versenkbare, elektrisch betriebene Türgriffe bei Tesla und anderen Herstellern darf nicht länger vertagt werden. Es geht um akute Sicherheit – hier und heute. Ein Massenrückruf der Fahrzeuge ist unabdingbar.

Dieser Vorfall ist weltweit nicht der einzige. Deshalb sieht darin Thomas Löb, Landesvorsitzender der ÖDP Brandenburg, ein strukturelles Problem moderner Fahrzeugtechnik. „Was in Teltow-Fläming damals passierte, kann jederzeit wieder passieren“, warnt Löb. „Wenn ein Auto brennt und weder Insassen noch Helfer die Türen öffnen können, dann ist das eine Todesfalle – unabhängig davon, wie modern oder teuer das Fahrzeug ist. In genau diesen Momenten entscheidet sich, ob Menschen leben oder sterben. Design darf niemals wichtiger sein, als Leben zu retten.“

Der ADAC weist darauf hin, dass versenkbare Türgriffe im Ernstfall lebensgefährliche Zeitverluste verursachen können. Feuerwehrverbände fordern schon seit Jahren mechanische Öffnungsmöglichkeiten, die auch ohne Strom von außen funktionieren. Versenkbare Türgriffe seien ein „gefährlicher Trend“. Besonders problematisch ist, dass Kinder die oft versteckten Notentriegelungen im Innenraum meist nicht erreichen oder nicht bedienen können. Türen von Elektroautos müssen künftig nach Ausfall der Stromversorgung auch ohne Werkzeug einfach zu öffnen sein.

Solche Unfälle sind höchst relevant für Taxiunternehmer und Fahrdienstleister. Denn bundesweit sind ungefähr 2.000 Tesla-Fahrzeuge im Taxigewerbe, in Mobilitätsrufdiensten oder Sharing-Flotten eingesetzt. Schon allein aus Versicherungsgründen müssen ihre Fahrzeuge in Notfällen rasch zugänglich sein – sei es nach Personenschäden, Verkehrsunfällen oder bei technischem Versagen.

Währenddessen zieht China als weltweit erstes Land nun erste Konsequenzen: Ab 2027 werden dort vollständig versenkbare Türgriffe ohne mechanische Notlösung von allen Fabrikanten verboten. Das sind immerhin 70 Modelle aller möglicher westlicher, asiatischer und gar chinesischer Automarken. Das zeigt, wie ernst das Thema global bereits eingestuft wird – wenn auch nach Meinung der ÖDP Brandenburg noch nicht energisch genug.

In Europa wird hingegen noch diskutiert. „Warum warten wir, bis es auch hier noch mehr Tote gibt?“, fragt Löb. „Wir wissen um das Risiko – und wir haben heute die Möglichkeit zu handeln.“ Die ÖDP fordert deshalb jetzt sofortige Rückrufe für alle Fahrzeuge, bei denen sich Türen nach einem Stromausfall nicht zuverlässig mechanisch öffnen lassen. Außerdem müsse das Kraftfahrt-Bundesamt gemeinsam mit den europäischen Behörden die Zulassungsvorschriften entsprechend verschärfen.

Natürlich verfügen viele moderne Elektroautos über solche elektrisch versenkbaren Türgriffe. Aber gerade Tesla entschied sich als Vorreiter dieses Designs bei mehreren millionenfach verkauften Modellen schon vor Jahren für vollständig versenkbare Außengriffe und einen Knopf zur Öffnung im Innenraum.

Laut Tesla-Benutzerhandbuch ist es zudem erforderlich, für eine Öffnung von außen 12-Volt-Strom aus einer externen Quelle an genau definierten Kontaktpunkten anzulegen – ein Verfahren, das im Ernstfall wertvolle Zeit kostet.


Quelle: ÖDP Brandenburg

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