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Neue Vorstandschaft, alte Ziele: Haus der Heimat bleibt Herzensanliegen der Schlesier

Franz Prokosch und Rudolf Schnur führen Engagement für ein gemeinsames Haus der Landsmannschaften fort

Die neugewählte Vorstandschaft mit Ehrenmitglied Rosemarie Schwenkert und dem Wahlleiter Hans-Peter Summer Die Geehrten mit Ehrenvorstand Hans Joachim Kupke.

Weiteres Festhalten an den Zielen
Die Landsmannschaft der Schlesier hat ihre Vorstandschaft einstimmig gewählt.
Der Orts- und Kreisverband Landshut der Landsmannschaft Schlesien hält auch nach einer Neuwahl der Vorstandschaft am Ziel der Realisierung geeigneter Räumlichkeiten für ein Haus der Heimat fest. Dies bekräftigte der in seinem Amt einstimmig bestätigte zweite Vorsitzende Rudolf Schnur bei der Jahreshauptversammlung am Samstag im Lokal „Zum 09er-Wirt“.

Dem Bericht von Vorsitzendem Franz Prokosch war zu entnehmen, dass die abgelaufene Periode von drei Jahren geprägt war von dem Bemühen, gemeinsam mit dem Bund der Vertriebenen (BdV) geeignete Räumlichkeiten für ein gemeinsames Haus aller in Landshut vertretenen Landsmannschaften zu etablieren. Hier sollten Archiv, Ausstellungen und Vereinsarbeit der jeweiligen Verbände eine feste Unterkunft finden. Aktuell werde die Möglichkeit einer dauerhaften Bleibe in Schönbrunn ausgelotet. Hier seien entsprechende Räume angeboten worden.

Gegenüber der von der Stadt bislang favorisierten Möglichkeit einer Einquartierung in der Martinsschule zeigte sich Prokosch skeptisch. Sanierungsmöglichkeit, -kosten und Fördermittelverwendung seien nicht endgültig definiert. Zuvor seien zwei weitere Optionen gescheitert. Die Ablehnung eines Hauses der Heimat im Dachgeschoss des Nikolausheim habe die Stadt mit dem Verweis auf die Obdachlosenunterbringung in dem Haus, die angeblich nicht zu den Vereinszwecken passen würde, abgelehnt. Dabei hätte es eine Förderquote von 90 Prozent gegeben. Als Ersatz habe der BdV dann ein Gebäude in der Siemensstraße vorgeschlagen. Dafür habe der Haushaltsausschuss und das Haushaltsplenum des Stadtrats grünes Licht gegeben, unter der Bedingung, dass der Stadt außer dem Verkaufserlös des Hauses der Heimat in der Kolpingsstraße keine zusätzlichen Kosten entstehen. Nach Einschätzung von Prokosch übertrifft der Erlös aus dem Verkauf des ehemaligen Hauses der Heimat den fehlenden zehn-Prozent-Eigenanteil der Stadt um ein Vielfaches.

Der Vorsitzende bezeichnete die aktuelle Unterbringung der in Umzugskartons verpackten Kulturgüter der Schlesier im ersten Stock der Martinsschule als unbefriedigend. Dies seien lediglich nicht barrierefreie temporäre Lager- und Versammlungsräume. Prokosch zeigte sich enttäuscht, wie die Stadt insbesondere mit den Schlesiern umgeht, die Landshut mit wiederaufgebaut haben. Er dankte den engagierten Mitgliedern für ihre Unterstützung beim zweimaligen Umzug innerhalb eines Jahres.
Links liegen gelassen

Zweiter Vorsitzender Rudolf Schnur, der auch Kreisvorsitzender und stellvertretender Bezirksvorsitzender des BdV ist, monierte, dass die Schlesier seit 21 Jahren keine geeigneten Ausstellungsgelegenheiten haben und dadurch keine Möglichkeiten haben, Schülerinnen und Schüler die jüngere Geschichte nahe zu bringen. Mit Blick auf die Stadt stellte Schnur fest: „Das ist scheinbar so geplant und gewollt“. Man könne nicht, wie geschehen, die Landsmannschaften 21 Jahre lang desavouieren und dann sagen, ihr habt keine öffentlichen Aktivitäten und Mitglieder mehr. „Das ist fast zynisch“.

Die Neuwahl der Vorstandschaft brachte folgendes jeweils einstimmiges Ergebnis: Erster Vorsitzender Franz Prokosch, seine Stellvertreter sind Rudolf Schnur und Josef Meier, der Schatzmeister Reinhard Mohaupt und der Schriftführer Winfried Walter. Kassenprüfer sind Herbert Panek und Reinhard Wendrich.

Rosemarie Schwenkert ist aus der Vorstandschaft ausgeschieden. Sie wurde einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Geehrt wurden folgende Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft: Je 25 Jahre: Inge Eder, Manfred Fischer, Hannelore Neser, Renate Thür. Je 20 Jahre: Sabine Platiel, Hannelore Stuckenberger. 15 Jahre: Willibald Kappl. Je zehn Jahre: Dr. Thomas Haslinger, Rudolf Schnur.

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