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Der Blick in die Weite und nach innen

Porträt Willi Winkler, geboren 1957, Journalist und Autor (Deutschland)

Willi Winkler stellt seine Reisebeobachtungen vor, die er auf der 1.300 Kilometer
langen Strecke zwischen Wittenberg und Mailand gemacht hat.
Lisa Gusel wirft zum Finale der Literaturtage einen Blick in die Tagebücher und
Lebensbeschreibungen von Frauen von verschiedenen Kontinenten.

Finale der Landshuter Literaturtage mit Willi Winkler und Lisa Gusel
Am letzten Wochenende der Landshuter Literaturtage wird es international. Der
bekannte Journalist Willi Winkler erzählt am Freitag, 18. November, von seiner Reise
nach und durch Italien. Am Sonntag, 20. November, stellt die Textinterpretin Lisa
Gusel Tagebucheinträge von Frauen aus verschiedenen Ländern vor.
Freitag, 18. November
„Herbstlicht – eine Wanderung nach Italien“
Goethe hat es gemacht, auch Wieland, Nietzsche und viele andere mehr. Und immer haben
sie aufgeschrieben, was sie auf ihren Reisen nach und durch Italien erlebt und gesehen
haben. Nun hat sich Willi Winkler, namhafter Journalist und Autor, mit seiner besonderen
Fähigkeit zur Beobachtung auf den Weg gemacht, um von Wittenberg nach Italien zu
wandern. Wobei das Wandern und Pilgern im hochmotorisierten Zeitalter nicht gerade
einfach ist, wie der Autor bemerkt. Doch das Ziel war immer: „Im Süden ist die Sonne, und
da wollte ich hin.“
Auf dem Weg durchstreift er die „Wüsteneien“ von Thüringen und Sachsen-Anhalt, trifft auf
schwäbische Corona-Leugner, Vorarlberger Bäcker, Schweizer Rheintöchter, entdeckt
Barockkirchen und Industrie-Ruinen. Italien begrüßt den Sehnsuchtswanderer mit einem
Schneesturm, der ihn fast wieder zurück über die Alpen bläst. Aber Winkler bleibt beharrlich.
So geht Wandern, Tag für Tag. Zusammen ergibt das mehr als 1.000 Kilometer zu Fuß.
„Herbstlicht“ ist eine Lektüre für Daheimbleiber und Fernwehkranke, die durch den eleganten
Schreibstil und den Humor Winklers besticht. Das Publikum darf im KOENIGmuseum
mitwandern: Willi Winkler unterhält sich mit dem Kulturredakteur Philipp Seidel über das

Buch und seine Inhalte und ganz bestimmt auch über das Schreiben an sich. Der Abend im
KOENIGmuseum, Prantlgarten 1, am Freitag, 18. November, beginnt um 19 Uhr. Tickets gibt
es zum Preis von 8 Euro in der Tourist-Info im Rathaus, online unter www.landshuterliteraturtage.de und ab 18 Uhr an der Abendkasse.
Sonntag, 20. November
Literatur von Frauen aus Zentralamerika, Afrika, Asien und Europa
Unter dem Titel „Nach innen geblickt“ liest Lisa Gusel am Sonntag, 20. November, ab 11 Uhr
aus Tagebüchern, Erinnerungen und Lebensbeschreibungen von Frauen aus vier
verschiedenen Weltregionen.
Zentralamerika repräsentiert Rigoberta Menchú (geboren 1959) mit dem Buch „Leben in
Guatemala“. Hier geht es um autobiografische Aufzeichnungen der guatemaltekischen
Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin, die sich mutig einsetzt für bessere
Lebensverhältnisse der indigenen Menschen in ihrem Land. Wangari Maathai (1940-2011)
schreibt in „Afrika, mein Leben“ ihre „Erinnerungen einer Unbeugsamen“ nieder: Auch sie ist
Friedensnobelpreisträgerin und setzte sich in ihrem Heimatland Kenia als Umweltaktivistin
und für Frauenpolitik ein.
Zurück in die japanische Vergangenheit geht es mit dem „Kopfkissenbuch“ der Hofdame Sei
Shonagon. Dieses Tagebuch entstand um das Jahr 1000 nach unserer Zeitrechnung. Sie
war eine Hofdame der japanischen Kaiserin und berichtet vom Alltag im Kaiserpalast – eine
ganz andere Lebenswelt und -wirklichkeit. Europäisch wird es mit dem Buch
„Paradiesstraße: Lebenserinnerungen der ostpreußischen Bäuerin Lena Grigoleit“
(herausgegeben von Ulla Lachauer). „Ich bin ein Glückskind. An einem Sonntag bin ich
geboren, den 19. Juni 1910, morgens, gerade in die Sonne hinein“, lautet eine Stelle aus
dem Buch. Berichtet wird von einem Leben, das auch viel über die Geschichte Mitteleuropas
erzählt.
Eine Einführung in das Thema und die jeweiligen Bücher übernimmt der freie Journalist und
Co-Kurator der Landshuter Literaturtage Christian Muggenthaler. Die Lesung schließt als
letztes Kapitel die Veranstaltungsreihe der Literaturtage – „Die Seiten des Lebens“ ab.
Wegen der großen Nachfrage wurde die Lesung vom ursprünglich geplanten Ort in der
Lebenshilfe in der Spiegelgasse ins Foyer des Rathauses, Altstadt 315, verlegt. Die Tickets
behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit. Beginn ist um 11 Uhr. Karten gibt es in der

Tourist-Info im Rathaus und online auf der Website der Literaturtage www.landshuterliteraturtage.de
Fotos:
Winkler: Anna Weise
Gusel: CBW Landshut

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