Lachs gab es keinen, dafür stießen die Verantwortlichen Im Hospizverein Landshut mit Judith Brauneis auf einen gelingenden Abend an. Von links: 2. Vorsitzende Lisa Hinrainer, Judith Brauneis, alias Frollein Tod, Vorsitzender Kunibert Herzing, Vorstandsmitglied Barbara Frey.
Eine Lieferung Köpfe:
Kurioses beim Landshuter Hospizgespräch
Kurz vor Beginn der Veranstaltung mussten sogar noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden, so groß war der Andrang zum Landshuter Hospizgespräch. Auf Einladung des Hospizvereins Landshut kam Judith Brauneis, alias Frollein Tod, nach Landshut, um aus ihrem Buch „Im Himmel gibt’s Lachs“ zu lesen.
Wie es zu diesem – für ein Buch über Tote eher heiteren – Titel kam, erklärte Brauneis während ihrer beinahe zwei Stunden dauernden Lesung: Sie stelle sich den Himmel so vor, dass sie im Falle ihres Ablebens von einem Engel empfangen werde, der das bereithalte, was sie am liebsten möge. Zum Zeitpunkt des Schreibens war es eben Lachs. Auch sonst gab es sehr viel Persönliches zu erfahren. Die Urgroßmutter war ihr ein großes Vorbild gewesen, nicht zuletzt durch ihren angstfreien Umgang mit Toten. Heute sei der Umgang mit dem Tod etwas anders. So reagiere ihr Umfeld oft irritiert, wenn sie von ihrem Beruf als Präparatorin berichtet.
Selbst unter den Interessierten im voll besetzten Pfarrsaal St. Wolfgang ging ein Raunen durch die Reihen, als Judith Brauneis von einer Lieferung sprach, bei der mehrere Köpfe in der Pathologie ankamen. Wie sonst sollten Neurochirurgen ihre Operationstechniken üben, so Brauneis als Erklärung für das sonderbare Paket. Ganz wichtig ist es Judith Brauneis, mit den toten Menschen und den Präparaten würdevoll umzugehen, in Ruhe zu arbeiten und Respekt vor dem Menschen zu haben, auch wenn er bereits tot ist – das erklärte sie mehrfach. Regelmäßig müsse sie Studierende zu einem solch wertschätzenden Umgang ermahnen.
Überhaupt erklärte Brauneis sehr viel zu ihrem Beruf. Außerdem erzählte sie, wie wichtig es ihr sei, dass die Angehörigen noch Abschied nehmen können. Dafür habe sie an ihrer Klinik gekämpft und sich auch selbst zur Trauerbegleiterin weiterbilden lassen. Den toten Menschen nochmal sehen, ihn vielleicht sogar nochmal anfassen, so seinen Tod begreiflich machen – das seien wichtige Bausteine in der eigenen Trauerarbeit.

