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Fünf Jahre Kompetenzzentrum für elektromagnetische Felder: BfS informiert über Strahlenschutz

Mobilfunk, Hochspannungsleitungen und Elektroautos

Das Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder des Bundesamtes für Strahlenschutz in Cottbus informiert seit fünf Jahren über mögliche Risiken und aktuelle Forschungsergebnisse. Zum Jubiläum stellt es Erkenntnisse zum Strahlenschutz beim Stromnetzausbau vor.

Von Mobiltelefonen über Stromleitungen bis hin zu Elektroautos: Elektromagnetische Felder gehören zum Alltag. Gleichzeitig sorgen sich manche Menschen über mögliche gesundheitliche Auswirkungen. Das Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder (KEMF) des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Cottbus klärt wissenschaftlich fundiert über diese Fragen auf und begleitet die technische Entwicklung mit eigener Forschung.

Fünf Jahre nach seiner Eröffnung hat sich das KEMF als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger sowie für kommunale Akteure etabliert. Auch in der Wissenschaftslandschaft der Transformationsregion Lausitz ist es ein wichtiger Forschungspartner. Am 3. und 4. November 2026 feiert das Kompetenzzentrum sein fünfjähriges Bestehen mit Gästen aus Wissenschaft und Politik. Dabei werden auch Ergebnisse des Forschungsprogramms „Strahlenschutz beim Stromnetzausbau“ vorgestellt.

Wissenschaftliche Informationen für den Alltag

Das KEMF bündelt die Strahlenschutz-Expertise des Bundes zu elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern. Diese treten beispielsweise in der Umgebung von Stromleitungen oder bei Mobilfunkanlagen auf. Die Einhaltung der geltenden Grenzwerte schützt vor allen nachgewiesenen gesundheitsschädlichen Wirkungen. Gleichzeitig gibt es weiterhin wissenschaftliche Fragen, denen das Kompetenzzentrum nachgeht.

„Im Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder gehen Forschung und Kommunikation Hand in Hand“, sagt BfS-Präsidentin Inge Paulini. Ziel sei es, offene Fragen zu untersuchen und das vorhandene Wissen verständlich und erlebbar zu vermitteln.

Seit seiner Gründung haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KEMF mehr als 1.000 Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet und an fast 350 Veranstaltungen teilgenommen. Eine mobile Ausstellung macht Strahlenschutz anschaulich. Außerdem können Interessierte Messgeräte ausleihen, um selbst zu testen, wie stark sie im Alltag elektrischen oder magnetischen Feldern ausgesetzt sind.

Elektroautos: Untersuchte Fahrzeuge halten Empfehlungen ein

Ein Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich mit Magnetfeldern in Elektroautos. Die untersuchten Fahrzeuge hielten die Empfehlungen zum Schutz vor gesundheitlichen Auswirkungen ein. Zudem sind Menschen in reinen Elektroautos nicht grundsätzlich stärkeren Magnetfeldern ausgesetzt als in Fahrzeugen mit konventionellem oder hybridem Antrieb.

Das KEMF hat außerdem an systematischen Übersichtsarbeiten der Weltgesundheitsorganisation zu möglichen Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder mitgewirkt.

Forschung zu Stromleitungen und möglichen Gesundheitsrisiken

Das Forschungsprogramm „Strahlenschutz beim Stromnetzausbau“ wurde bereits 2017 gestartet – noch vor der Gründung des KEMF. Untersucht wurden unter anderem mögliche gesundheitliche Auswirkungen von Magnetfeldern sowie die Belastung der Bevölkerung im Alltag. Für das Programm standen insgesamt rund 20 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel wurden jeweils zur Hälfte vom Bundesumweltministerium und von den Stromnetzbetreibern bereitgestellt. Nach Angaben des BfS hatten die Netzbetreiber keinen Einfluss auf Auswahl, Durchführung und Ergebnisse der Studien. Insgesamt wurden bislang 37 Forschungsprojekte abgeschlossen oder befinden sich in der Durchführung.

Ein Thema war die Frage, ob Magnetfelder von Hochspannungsleitungen das Risiko für Leukämie im Kindesalter erhöhen können. Frühere Studien hatten Hinweise auf ein erhöhtes Risiko bei Kindern ergeben, die im häuslichen Umfeld überdurchschnittlich starken Magnetfeldern ausgesetzt waren. Unter Berücksichtigung neuerer Studien und der Untersuchungen des Forschungsprogramms haben sich diese Hinweise insgesamt abgeschwächt. Ein kausaler Zusammenhang könne jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Das BfS will die Erforschung der Ursachen von Leukämie im Kindesalter deshalb weiter vorantreiben.

Erste Zwischenergebnisse eines weiteren Forschungsprojekts zeigen, dass die allgemeine Bevölkerung Magnetfeldern im Alltag nur in geringem Maß ausgesetzt ist. Auch bei Anwohnerinnen und Anwohnern von Hochspannungsleitungen liegen die ermittelten Werte im Allgemeinen weit unter den in Deutschland geltenden Grenzwerten für Stromleitungen ab 1.000 Volt.

Auch die Wahrnehmung elektrischer Felder wird untersucht

Schwache Magnetfelder im Alltag sind normalerweise nicht spürbar. Elektrische Felder können dagegen unter bestimmten Umständen wahrgenommen werden – etwa wenn sich durch statische Aufladung die Körperhaare aufstellen. Das KEMF hat untersucht, ab welcher Stärke Menschen elektrische Felder wahrnehmen können. Das Ergebnis: Die Wahrnehmungsschwelle ist individuell unterschiedlich. Manche Menschen können bereits relativ schwache elektrische Felder spüren.

Auch die elektrischen Felder neuer Hochspannungs-Gleichstromleitungen stehen im Blick der Forschung. Diese Leitungstypen können Strom über weite Strecken mit geringen Verlusten transportieren, beispielsweise von Offshore-Windkraftanlagen zu Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands. Das KEMF will die entsprechenden Felder untersuchen, sobald diese Leitungen in den Regelbetrieb gehen.

Kompetenzzentrum als Teil des Strukturwandels in der Lausitz

Seit 2021 ist das Bundesamt für Strahlenschutz Arbeitgeber in Cottbus. Die meisten Beschäftigten vor Ort arbeiten für das KEMF. Damit trägt das Kompetenzzentrum auch zur Entwicklung der Lausitz als Wissenschaftsstandort bei.

Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, betont die Bedeutung eines transparenten Strahlenschutzes für Energiewende und digitale Transformation. Das Kompetenzzentrum liefere wissenschaftsbasierte Informationen unabhängig von wirtschaftlichen Interessen. Zugleich unterstütze die Ansiedlung in der Lausitz den Strukturwandel und schaffe qualifizierte Arbeitsplätze in der Region.

Weitere Informationen zum Kompetenzzentrum, zu Forschungsergebnissen und zu den Informationsangeboten gibt es unter www.bfs.de/kemf.

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, Pressemitteilung vom 3. November 2026.

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