Frankenwaldbrücken: Ein teures Prestigeprojekt?
Kostenexplosion im Frankenwald – Kritik an Millionenprojekt wächst
Hof (Bayern). Eigentlich sollten die geplanten „Frankenwaldbrücken“ ein touristisches Aushängeschild für den Landkreis Hof werden – ein spektakuläres Erlebnis für Besucher und ein wirtschaftlicher Impuls für die Region. Doch inzwischen steht das Projekt wegen seiner Kostenexplosion und des massiven Eingriffs in die Natur in der Kritik. Der Bund der Steuerzahler hat den Fall in sein aktuelles Schwarzbuch 2025/26 aufgenommen.
Was geplant ist
Der Landkreis Hof plant zwei große Fußgänger-Seilhängebrücken: eine rund 1.000 Meter lange Brücke über das Höllental und den Fluss Selbitz sowie eine zweite, etwa 400 Meter lange Brücke über das benachbarte Lohbachtal. Die Bauwerke sollen in bis zu 185 Metern Höhe verlaufen und atemberaubende Ausblicke bieten. Befürworter sehen darin ein touristisches Highlight, Kritiker hingegen sprechen von einem ökologisch bedenklichen Prestigeprojekt.
Rasanter Anstieg der Kosten
Die geplanten Baukosten haben sich seit den ersten Konzepten nahezu vervierfacht:
- 2017: rund 12 Mio. Euro
- 2019: 22,4 Mio. Euro
- 2022: 40,9 Mio. Euro
- Anfang 2025: 42,1 Mio. Euro
Ursache sind laut Landratsamt technische Anpassungen zum Schutz von Flora und Fauna sowie stark gestiegene Bau- und Stahlpreise. Die längere Hauptbrücke wurde auf 1.030 Meter verlängert, um außerhalb des Naturschutzgebiets zu verlaufen. Zusätzlich wurden Seilabspannungen verändert, um Vogelschlag zu vermeiden. An der kleineren Lohbachtalbrücke wurde die Konstruktion so angepasst, dass die nahe Burgruine geschont wird.
Kritik am Umgang mit Steuergeld
Der Bund der Steuerzahler sieht das Projekt kritisch: Selbst wenn 70 Prozent der Kosten über staatliche Förderprogramme – insbesondere aus dem RÖFE-Topf (Richtlinien zur Förderung öffentlicher touristischer Infrastruktureinrichtungen des Freistaats Bayern) – finanziert werden, bleibt klar: Auch Fördergelder sind Steuergelder.
Die ursprüngliche Idee eines touristischen Impulses drohe unter den explodierenden Kosten begraben zu werden. Die Realisierung könnte zudem durch das anhängige Normenkontrollverfahren des Bund Naturschutz vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof weiter verzögert werden. Der Baubeginn ist derzeit erst für 2027 vorgesehen, die Fertigstellung frühestens 2029.
Ein Prestigeprojekt mit fragwürdigem Nutzen?
Während Befürworter weiterhin auf einen Aufschwung für den Tourismus hoffen, mehren sich Stimmen, die von einer Steuergeldverschwendung im XXL-Format sprechen. Ob sich die Frankenwaldbrücken jemals als wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll erweisen, bleibt abzuwarten. 🌉💶
Quelle: Bund der Steuerzahler


