Aral weist Kritik an steigenden Spritpreisen zurück
Konzernchef verweist auf hohen Steueranteil und volatile Märkte
Stuttgart. Angesichts steigender Kraftstoffpreise im Zuge der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten weist Aral-Vorstandschef Achim Bothe Vorwürfe zurück, der Mineralölkonzern profitiere von der Krise. In einem Gespräch mit dem Fachmagazin „auto motor und sport“ betont Bothe, dass ein erheblicher Teil des Benzinpreises auf staatliche Abgaben entfalle.
Hoher Steueranteil am Literpreis
Nach Angaben des Aral-Chefs beansprucht der Staat beim Benzinpreis rund 60 Prozent, beim Diesel etwa 50 Prozent. Mehr als ein Euro pro Liter entfalle auf Energiesteuer, CO₂-Abgabe, THG-Quote sowie Mehrwertsteuer. Deutschland weise im europäischen Vergleich eine besonders hohe Steuer- und Abgabenlast auf.
Preise orientieren sich an Wiederbeschaffung
Auch die Kritik, dass Kraftstoffpreise unmittelbar nach Ausbruch eines Konflikts steigen, obwohl noch günstiger eingekaufte Bestände vorhanden seien, weist Bothe zurück. Maßgeblich sei nicht der ursprüngliche Einkaufspreis, sondern der aktuelle Wiederbeschaffungspreis. Um die Versorgung sicherzustellen, müsse der verkaufte Kraftstoff unmittelbar nachgekauft werden. Internationale Produktpreise reagierten teils mit täglichen Schwankungen von mehr als zehn Cent pro Liter.
Den Vorwurf, Preise stiegen schneller als sie wieder sänken, weist Bothe ebenfalls zurück. Märkte reagierten bei Unsicherheit unmittelbar – sowohl nach oben als auch nach unten.
Versorgung derzeit gesichert
Aktuell gebe es keine Versorgungsengpässe an Aral-Tankstellen. Eine Prognose für den weiteren Verlauf wollte der Vorstandschef jedoch nicht abgeben und verwies auf die volatile Lage. Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche habe vor möglichen Auswirkungen gewarnt.
Quelle: Ausgabe 9/2026 der auto motor und sport / Birgit Priemer

