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11. Fukushima-Jahrestag

Schon elf Jahre ist es her, seit wir entsetzt auf unsere Bildschirme starrten und nicht fassen konnten, was wir da sahen: Erdbeben, Tsunami, Kernschmelze. Diesen Super-GAU im Hochtechnologieland Japan hätte fast niemand für möglich gehalten.

Auch der Krieg, der gerade in der Ukraine tobt, erschien vor Kurzem noch undenkbar. Erst letzte Woche schockierte uns die Nachricht vom Atomkraftwerk Saporischschja unter Beschuss. „Irrsinn“ war das erste Wort, das mir dazu eingefallen ist.

Ob Super-GAU, Störfall oder „nur“ Beinahe-Katastrophe – jedes dieser Vorkommnisse führt uns klar vor Augen: Atomkraft ist nicht beherrschbar. Jedes AKW in jedem Land kann an jedem Tag die nächste Atom-Katastrophe verursachen. Etliche Male war es kurz davor und wir haben einfach nur Glück gehabt. Manchmal, wie vor elf Jahren in Fukushima, hatten wir keins.

Es ist Krieg in der Ukraine, mitten in Europa. Menschen müssen fliehen, werden verletzt, sterben einen sinnlosen Tod. Und als wären es der Schrecken noch nicht genug, wächst die Angst vor einer nuklearen Katastrophe. Schon in Friedenszeiten ist Atomkraft zum Fürchten. Im Krieg ist sie der schlimmste Alptraum. Ein Angriff auf ein AKW hätte verheerende Auswirkungen, schon Schäden am Stromnetz könnten Reaktoren an den Rand der Kernschmelze bringen.

Und trotzdem werden nun wieder Stimmen laut, die Laufzeitverlängerungen der Uralt-Reaktoren in Deutschland fordern. Atomenergie soll angeblich die Lösung sein für Versorgungsengpässe, wenn Russland uns den Gashahn zudreht. Das ist so unrealistisch wie unsinnig. Richtig ist: Den besten Schutz vor Erpressungsmanövern durchgeknallter Kriegsherren, Schutz vor nuklearen Desastern und Schutz vor der Klimakatastrophe bietet eine Energieversorgung mit möglichst viel erneuerbaren Energien. Ein Rollback hingegen zurück zu Kohle und Atom, wie ihn manche nun wieder anstreben, würde die Energiewende und den Ausbau der erneuerbaren Energien massiv behindern.

Die Zeit der AKW und der fossilen Energien ist abgelaufen. Selten war das deutlicher erkennbar als heute im Angesicht dieses Krieges.


Text und Grafik: ausgestrahlt.de

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