15 Jahre Photovoltaik-Überdachung des Speedway-Stadion Landshut
Eine win-win-Lösung auf Initiative von Stadtrat Rudolf Schnur
Die Stadt Landshut stellte im Jahr 2010 eine von ihr beauftragte Machbarkeitsstudie „Flächen für Fotovoltaik in Landshut“ vor. Bei der näheren Betrachtung zeigte sich jedoch, dass nur wenige der darin untersuchten Flächen tatsächlich sinnvoll für eine Umsetzung geeignet waren. Unter anderem Verschattung, Gebäudestatik und andere örtliche Voraussetzungen schränkten die Möglichkeiten ein.
Stadtrat Rudolf Schnur stellte daraufhin eigene Überlegungen zu geeigneten Standorten an. In einem Dringlichkeitsantrag vom Oktober 2010 nannte er drei aus seiner Sicht besonders geeignete Möglichkeiten. Dazu gehörte der Parkplatz des Speedway-Stadions in der Ellermühle. Als Vorteile führte er unter anderem die geringe Verschattung, die sinnvolle Überdachung der Flächen und einen günstigen Untergrund an.
Der Bausenat begrüßte am 29. Oktober 2010 ausdrücklich die Errichtung der in Betracht gezogenen Photovoltaik-Dächer und drängte angesichts der bevorstehenden Absenkung der Einspeisevergütung auf eine möglichst rasche weitere Behandlung.
Im Jahr 2011 wurden zehn Firmen angeschrieben und um Prüfung gebeten, ob eine entsprechende Überdachung des Parkplatzes am Speedway-Stadion möglich sei. Im weiteren Verfahren wurde ein umfassenderes Konzept entwickelt, das neben dem Parkplatz zunächst auch Teile der Tribünen, des Stehwalls, des Fahrerlagers sowie des Eingangs- und Kassenbereichs einbezog.
Dabei mussten zahlreiche Anforderungen berücksichtigt werden. Dazu gehörten insbesondere der Brandschutz, Flucht- und Rettungswege, die Sichtverhältnisse für die Zuschauer, die Anforderungen der Stadionnutzer sowie mögliche Auswirkungen auf den angrenzenden Flugplatz Ellermühle.
Der Bausenat stimmte am 18. November 2011 der Photovoltaikanlage im Bereich des Parkplatzes einstimmig zu. Auch einer weitergehenden Anlage im Speedway-Stadion wurde grundsätzlich zugestimmt. Die ursprünglich vorgesehene Konstruktion im Zuschauerbereich wurde wegen der dort geplanten Stützen und der damit verbundenen Sichtbeeinträchtigungen allerdings abgelehnt.
Daraufhin wurde die Planung überarbeitet. Bei der modifizierten Konzeption wurden insbesondere im Bereich der nördlichen Haupttribüne Überdachungsflächen zurückgenommen und die Stützen weitgehend außerhalb der Zuschauerbereiche angeordnet. Am 15. Dezember 2011 stimmte der Bausenat auch dieser geänderten Konzeption einstimmig zu.
Nach dem anschließenden Vergabeverfahren wurde die Überdachung an einen Bieter vergeben und zeitnah umgesetzt.
Die damalige Konzeptplanung verdeutlicht die Dimension des Projekts: Vorgesehen waren eine Gesamtleistung von rund 1.102 kWp, etwa 9.200 Quadratmeter Dachfläche und rund 4.400 Photovoltaikmodule. Nach den damaligen Berechnungen sollte die Anlage rechnerisch Strom für rund 300 Haushalte erzeugen und jährlich etwa 600 Tonnen CO₂ einsparen.
Mit der Photovoltaik-Überdachung entstand damit eine klassische Win-win-Situation: Die Erzeugung von Strom aus erneuerbarer Energie wurde mit einem konkreten zusätzlichen Nutzen für das Speedway-Stadion verbunden. Besucher, Fahrer und Verein profitieren von überdachten Bereichen, während gleichzeitig vorhandene Flächen zur Stromerzeugung genutzt werden.
Das Projekt zeigt zugleich, wie aus einer zunächst allgemeinen Machbarkeitsstudie durch konkrete politische Initiative, Prüfung der tatsächlichen örtlichen Gegebenheiten und Anpassung der Planung eine praktisch umsetzbare Lösung entwickelt werden konnte.
Fotos: Dank an den AC Landshut e.V. im ADAC



