Bildung / HochschuleGeschichteGesundheit & MedizinPortraitSoziales

Der „Semmelweis-Reflex“

zum 160 Todestag von Dr. Semmelweis

Als Semmelweis-Reflex wird die Vorstellung beschrieben, dass das wissenschaftliche Establishment eine neue Entdeckung quasi „reflexhaft“ ohne ausreichende Überprüfung erst einmal ablehnt und den Urheber eher bekämpft als unterstützt, wenn sie weit verbreiteten Normen oder Überzeugungen widerspricht.
Die Mediziner und die Studenten führten täglich klinische Sektionen an den Leichen der Patientinnen durch, die zuvor am Kindbettfieber verstorben waren. Anschließend gingen sie „mit an der Hand klebenden Cadavertheilen“[9] zu den Gebärenden und wuschen sich die Hände mit Seife (oder in einzelnen Fällen überhaupt nicht), desinfizierten sie jedoch nicht. Mit diesen Händen untersuchten sie Frauen während der Entbindung und übertrugen infektiöses Material. Die eigentliche Ursache der Infektion – die Übertragung von Bakterien, die normalerweise massenhaft auf den Händen vorhanden sind – war damals noch nicht bekannt und auch Semmelweis glaubte an eine Übertragung von Leichengift.
Direkt vom Leichen sezieren zur Geburtshilfe war für die damals etablierten Ärzte völlig normal.
Die hohe Sterberate der Mütter war nichts, über das es nachzudenken wert war. Dann kam Dr. Semmelweis mit seiner Hygiene und der Aufforderung zum Händewaschen. Die unhygienischen Ärzte wollten es nicht wahrhaben, dass sie Müttern tödliche Infektionen verursacht hatten.
Wer solche Anschuldigungen vorbringt, war vielen Kollegen ein Dorn im Auge: Dr. Semmelweis wurde in ein Irrenhaus gebracht und wahrscheinlich dort ermordet.

Quelle: WIKIPEDIA 

Filmtipp: Retter der Mütter

Mehr anzeigen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"