80. Jahrestag: Atombombe über Hiroshima und Nagasaki
Erinnerung an die Opfer
Gedenken an die Atombombenabwürfe vor 80 Jahren über den japanischen Städten Hiroshima (6.8.45) und Nagasaki (9.8.45)
Die Anti-Atomkraft-Bewegung fordert die Vernichtung aller Atomwaffen und die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke und Uranfabriken. Gefordert wird auch, dass die Bundesrepublik endlich den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet, den bereits mehr als 90 Staaten unterschrieben haben.
Hintergrundinformationen zu den Atombombenabwürfen über Hiroshima und
Nagasaki, sowie über die aktuellen bundesweiten Gedenk- und Mahnveranstaltungen, findet man unter https://www.friedenskooperative.de Weitere Informationen: https://www.bbu-online.de, https://nrw.dfg-vk.de, https://sofa-ms.de
PM des Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau Mitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
„Das Gedächtnis der Menschheit“
von Bertolt Brecht:
Das Gedächtnis der Menschheit
für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz.
Ihre Vorstellungsgabe für kommende
Leiden ist fast noch geringer. Die Beschreibungen,
die der New Yorker
von den Gräueln der Atombombe erhielt,
schreckten ihn anscheinend nur wenig.
Der Hamburger ist noch umringt von den Ruinen,
und doch zögert er,
die Hand gegen einen neuen Krieg zu erheben.
Die weltweiten Schrecken der vierziger Jahre scheinen vergessen.
Der Regen von gestern macht uns nicht nass sagen viele. Diese Abgestumpftheit ist es,
die wir zu bekämpfen haben,
ihr äußerster Grad ist der Tod.
Allzu viele kommen uns schon heute vor wie Tote,
wie Leute, die schon hinter sich haben,
was sie vor sich haben, so wenig tun sie dagegen. Und doch wird nichts mich davon überzeugen,
dass es aussichtslos ist,
der Vernunft gegen ihre Feinde beizustehen.
Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen,
damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde!
Lasst uns die Warnungen erneuern,
und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind!
Denn der Menschheit drohen Kriege,
gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind,
und sie werden kommen ohne jeden Zweifel,
wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten,
nicht die Hände zerschlagen werden.
Vom Meister persönlich vorgetragen auf dem internationalen „Kongress der Völker für den Frieden“ von Künstlern und Intellektuellen im Dezember 1952 in Wien. Im Jahre sieben nach Hiroshima.
Keine Sorge: Ist ja nur ein Gedicht!

