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BfR entwarnt: Mikroplastik aus Teebeuteln stellt nach heutigem Wissensstand kein Gesundheitsrisiko dar

BfR bewertet Studie zu Teebeuteln und Mikroplastikpartikeln

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine viel beachtete Studie aus dem Jahr 2019 erneut bewertet, die auf eine hohe Freisetzung von Mikroplastikpartikeln aus Kunststoff-Teebeuteln hinwies. Das Ergebnis: Die ursprünglichen Zahlen seien deutlich überhöht – und ein gesundheitliches Risiko sei laut aktuellem Stand nicht zu erwarten.

Studie von Hernandez et al. zu kritisch interpretiert
Die ursprüngliche Studie von Hernandez et al. (2019) berichtete von bis zu 11,6 Milliarden Mikroplastik- und 3,1 Milliarden Nanoplastikpartikeln pro Teebeutel. Das BfR sieht die Ursache für die hohe Partikelzahl in der ungeeigneten Probenvorbereitung: Beim Trocknen des Teewassers vor der Analyse könnten nichtflüchtige Substanzen fälschlich als Mikroplastik gezählt worden sein. Bei den gemessenen Partikeln handelte es sich laut BfR vielmehr um sogenannte Oligomere – lösliche Kunststoffbestandteile, die bei der Herstellung entstehen.

Eigene Untersuchungen zeigen deutlich geringere Partikelzahlen
In eigenen Experimenten mit Mikro-Ramanspektroskopie fand das BfR zwischen 5.800 und 20.400 Mikroplastikpartikel (≥1 μm) pro Beutel – also zwei bis drei Größenordnungen weniger als in der ursprünglichen Publikation. Zudem wurden die meisten Partikel nicht aus dem Kunststoff herausgelöst, sondern befanden sich bereits zuvor auf der Oberfläche der Teebeutel.

Gesundheitliche Bewertung
Nach derzeitiger Studienlage sieht das BfR keine Belege für schädliche Auswirkungen durch oral aufgenommenes Mikroplastik beim Menschen. In Tierversuchen und Zellkulturstudien zeigten sich keine Schäden am Darmgewebe. Die Aufnahme größerer Partikel (über 1 mm) ist ausgeschlossen, kleinere Teilchen (unter 1,5 μm) könnten theoretisch die Darmbarriere überwinden, dies aber nur in sehr geringen Mengen.

Fazit
Die von Hernandez et al. (2019) berichteten Daten zur Freisetzung von Mikroplastik aus Teebeuteln sind laut BfR stark überhöht. Die eingesetzte Analysemethode war nicht geeignet, um Mikroplastik verlässlich zu identifizieren. Die vom BfR gefundenen Mengen stellen nach heutigem Stand kein Gesundheitsrisiko dar.


Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Mitteilung 029/2025 www.bfr.bund.de

Weiterführende Links:
– Originalstudie Hernandez et al. (2019): acs.est.9b02540
– BfR-Kommentar: Busse et al. (2020): acs.est.0c03182
– Weitere Informationen zu Mikroplastik beim BfR: Mikroplastik: Fakten & Fragen

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