Wie die EU 100 Milliarden Euro verbrennt
Studie kritisiert fehlende Wirkung der Innovationsförderung „Horizon“

Berlin/München. Eine aktuelle Studie des Münchner ifo-Instituts und der Mailänder Bocconi Universität legt offen, warum die milliardenschwere EU-Innovationsförderung über das Rahmenprogramm „Horizon“ kaum Wirkung entfaltet. Seit 2014 stehen mehr als 100 Milliarden Euro Fördermittel bereit – doch Europas Innovationskraft stagniert, während die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China weiter abnimmt. 📉
Fördergelder für die Falschen
Rund die Hälfte der Mittel fließt an große, etablierte Unternehmen, die kaum disruptive Innovationen hervorbringen. Besonders absurd: Auch kleinere Unternehmen mit guten Ideen gehen oft leer aus, da Förderkonsortien von Konzernen und Beratungsfirmen dominiert werden. Statt echter Innovation entstehen Förderprojekte, die sich im Antragsschreiben erschöpfen.
Kaum messbare Effekte
Die Auswertung zeigt: Zwar erzielen Projekte während der Laufzeit leicht höhere Umsätze, nachhaltiges Wachstum bleibt jedoch aus. Große Programme und Konsortien erreichen kaum Wirkung, während unabhängige, kleine Firmen trotz EIC-Förderung (European Innovation Council) zu wenig berücksichtigt werden. So tragen diese am Ende nur 7,5 Prozent zur Gesamtförderung bei.
Technologiefalle für Europa
Die Studie spricht von einer „Middle Technology Trap“: Europas Industrie setzt stark auf mitteltechnologische Branchen wie Maschinenbau, während High-Tech-Felder wie KI oder Biotechnologie zersplittert und unterfinanziert bleiben. Im Vergleich dazu investieren die USA und China gezielt in digitale Zukunftstechnologien. Europa verliert so weiter an Boden. 🌍
Falscher Fokus
Statt Innovationen direkt zu fördern, profitieren große Organisationen und Forschungskonsortien von bürokratischen Verfahren. Die EU-Kommission agiere als Managerin des Wandels, nicht als Ermöglicherin von Disruption. Das Ergebnis: Wenig Dynamik, viel Papier.
Schlussfolgerung der Autoren:
- Mittel sollten stärker an unabhängige Firmen mit disruptiven Ideen gehen.
- Wiederholungs-Teilnahmen müssen begrenzt werden.
- Ausschreibungen sollten flexibler gestaltet werden, um echte Marktmechanismen zu ermöglichen.
Fazit: Die EU-Innovationsförderung ist teuer, ineffizient und bürokratisch. Bleiben grundlegende Reformen aus, droht Europa ein weiterer Verlust an Wettbewerbsfähigkeit – und Milliarden Euro an Fördermitteln könnten weiterhin verpuffen. 💶
Quelle: Bund der Steuerzahler – hier geht es zur Studie


