Treffen der Landsmannschaften mit MdL Sylvia Stierstorfer und dem Thema „Haus der Heimat“ in Landshut
Treffen der Landsmannschaften mit MdL Sylvia Stierstorfer und dem Thema „Haus der Heimat“ in Landshut
Die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, die Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer war kürzlich zu Gast bei einem Treffen der Landsmannschaften aus Stadt und Landkreis Landshut.
Stadtrat und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier, der die Terminkoordination mit der Gastrednerin übernommen hatte und selbst Stellvertretender Vorsitzender der AG Heimat-und Vertriebenenpolitik der CSU-Landtagsfraktion ist, sprach ein Grußwort und dankte den Ehrenamtlichen für ihre ausdauernde und historisch-kulturell wertvolle Tätigkeit.
Sylvia Stiersdorfer betonte in ihrer Rede die Aktualität des Themas.
Mit den Flüchtlingsbewegungen infolge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine hat das Thema „Flucht und Vertreibung“ in Europa eine neue, traurige Aktualität erhalten. Fast acht Jahrzehnte nach der Vertreibung der Deutschen aus Ost-, Mittel- und Südosteuropa erleben wir auf unserem Kontinent wieder Elend, Not und Heimatverlust in einem Ausmaß, das wohl keiner im 21. Jahrhundert für möglich gehalten hätte. Umso wichtiger ist es, dieses Thema weiter im Bewusstsein der Menschen zu erhalten und den Betroffenen, ihrer Erinnerung und ihrem Kulturerbe ein geeignetes Forum zu geben.
Als Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene kümmert sie sich um die Belange der Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler und auch derjenigen, die als heimatverbliebene Deutsche noch immer in den einstigen deutschen Siedlungsgebieten im östlichen Europa leben. Ihren Belangen versucht sie – durch ihre Arbeit, sowie Initiativen und Veranstaltungen – gerecht zu werden.
Die Veranstaltung war von der Landsmannschaft der Schlesier organisiert worden um auf die Situation der provisorischen und nicht sachgerechten Unterbringung im „Haus der Heimat“ an der Kolpingsstraße und in der Martinsschule aufmerksam zu machen und Unterstützung zu erbitten. Der 2. Vorsitzende der Landsmannschaft Nieder- und Oberschlesien, Kreisverband Landshut e.V., Stadtrat Rudolf Schnur schilderte den Zustand der Gebäude und die bisherigen, vergeblichen Bemühungen seitens der Landsmannschaften, insbesondere das Bemühen von Hans Kupke, eine dauerhafte und bestandswahrende Unterbringung herbei zu führen. Einhellig besteht die Auffassung, dass die Landsmannschaften endlich eine langfristige Unterbringung benötigen. Bisher waren es Übergangslösungen.
Darüber, dass der Bestand an wertvollen, unwiederbringlichen Zeugnissen und Dokumenten ehemaliger deutscher Siedlungsgebiete gefährdet ist waren sich die versammelten Vorstände einig und forderten die anwesenden Mandatsträger auf gemeinsam Anstrengungen zur Lösung zu unternehmen.
Zu Ende der Veranstaltung kamen in einem emotional anrührenden Kurzfilm Zeitzeugen von Flucht und Vertreibung zu Wort, die in Landshut eine neue Bleibe gefunden haben. Ihre ergreifenden Schilderungen lösten bei manchem Teilnehmer eigene Erinnerungen an den Verlust der Heimat und die enormen seelischen und körperlichen Verletzungen in den Kriegswirren aus. Gerade solche Filme sind sehr wichtig um den nachkommenden Generationen eine eindringliche Mahnung vor dem Wahnsinn des Krieges authentisch und nachvollziehbar zu vermitteln.

