Smartphone: Brände und Akkuschäden vermeiden

Unsachgemäßes Ladeverhalten, Billigzubehör und veraltete Geräte erhöhen das Risiko von Akkuschäden und Bränden. Der TÜV-Verband gibt Tipps, wie Verbraucher ihre Geräte sicher und akkuschonend laden.
Ungeprüftes Zubehör: Brandrisiko durch Billigprodukte
Vor allem im Onlinehandel kursieren unzählige Ladegeräte zu Niedrigpreisen, die äußerlich Qualitätsware ähneln, aber grundlegende Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen. Fehlende Schutzmechanismen gegen Überhitzung oder Kurzschluss machen diese Produkte gefährlich. Besonders riskant sind Ladegeräte mit gefälschten oder fehlenden Kennzeichnungen – im Schadensfall ist eine Haftung meist ausgeschlossen.
CE-Zeichen ist kein Prüfsiegel
Das CE-Zeichen wird oft missverstanden. Es bedeutet lediglich, dass der Hersteller erklärt, die EU-Vorgaben einzuhalten – eine unabhängige Prüfung erfolgt nicht. Wer Wert auf geprüfte Sicherheit legt, sollte auf GS-Zeichen („Geprüfte Sicherheit“) oder TÜV-Prüfsiegel achten.
Ladeleistung verstehen: Was Volt, Ampere und Watt verraten
Seit Ende 2024 ist USB-C der Standardanschluss in der EU. Doch entscheidend für sicheres Laden ist das Zusammenspiel von Spannung, Stromstärke und Ladeprotokoll. Falsche Kombinationen können zu Akkuschäden führen. Ein zu starkes Netzteil ohne kompatibles Ladeprotokoll kann überhitzen – ein zu schwaches lädt gar nicht oder sehr langsam.
Kabelqualität: Ein unterschätzter Risikofaktor
Kabel müssen nicht nur Strom übertragen, sondern auch mechanischen Belastungen standhalten. Schlechte Isolierung, minderwertige Materialien oder beschädigte Steckverbindungen erhöhen das Risiko von Kurzschlüssen und Bränden. Kabel sollten regelmäßig geprüft und bei Mängeln ersetzt werden. Reparaturen mit Isolierband sind gefährlich und nicht zulässig.
Schnellladen nur mit passender Technik
Schnellladefunktionen liefern hohe Leistung in kurzer Zeit, aber nur, wenn Netzteil, Kabel und Gerät exakt zueinander passen. Inkompatible Ladeprotokolle können zu instabilen Stromflüssen und Überhitzung führen. Ladegeräte mit 30, 65 oder 100 Watt erzeugen zudem mehr Wärme – eine gute Wärmeabfuhr ist entscheidend.
Überhitzung beim Laden – unabhängig von der Leistung
Auch bei normalem Laden entsteht Wärme. Besonders gefährlich ist das Laden auf weichen, isolierenden Unterlagen wie Betten oder Sofas. Wird die Wärme nicht abgeführt, steigt das Risiko für Hitzeschäden. Besonders kritisch ist das nächtliche Laden in Kissen oder Decken – es droht Brandgefahr.
Akkuschonend laden – für mehr Sicherheit
Lithium-Ionen-Akkus altern durch Hitze, Vollladung und Tiefentladung. Ideal ist ein Ladebereich zwischen 20 und 80 Prozent. Viele Smartphones bieten inzwischen intelligente Ladefunktionen, die automatisch auf eine schonende Ladung achten – etwa mit Ladebegrenzung oder Nachtlademodus.
Tipps für sicheres Laden:
- Nur geprüfte Ladegeräte und Kabel verwenden – auf GS- oder TÜV-Siegel achten
- Kabel regelmäßig prüfen und bei Schäden sofort ersetzen
- Überhitzung vermeiden: Geräte beim Laden nicht abdecken, für Luftzirkulation sorgen
- Akkuschonend laden: Zwischen 20–80 % bleiben, Tiefentladung vermeiden
- Geräteeinstellungen nutzen: Ladebegrenzung oder schonendes Laden aktivieren
Quelle: Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.
