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Rücktritt nach Interview: ADAC-Verkehrspräsident legt Amt nieder

Gerhard Hillebrand zieht Konsequenzen nach Mitgliederreaktionen

Der Verkehrspräsident des ADAC, Gerhard Hillebrand, ist von seinem Amt zurückgetreten. Wie der Automobilclub mitteilte, übernimmt Hillebrand damit die Verantwortung für einen Reputationsschaden, der dem Verband nach einem Zeitungsinterview entstanden ist.

Nach Angaben des ADAC stehen im Zusammenhang mit dem Interview rund 60.000 Mitgliedskündigungen. Das Gespräch war Ende Dezember 2025 in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erschienen. Darin hatte sich Hillebrand zur CO₂-Bepreisung geäußert, durch die sich die Preise für Benzin und Diesel erhöhen. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Rücktritt sowie die Zahl der Kündigungen berichtet.

Hillebrand hatte in dem Interview ausgeführt, dass der ADAC die CO₂-Bepreisung grundsätzlich als Instrument zur Erreichung der Klimaschutzziele bewerte. Zugleich hatte er darauf hingewiesen, dass Preissteigerungen sozial ausgewogen gestaltet werden müssten und ihre Wirkung nur dann entfalten könnten, wenn ausreichend Alternativen zur Verfügung stünden.

Der ADAC erklärte, die Aussagen hätten bei Teilen der Mitgliedschaft zu Verunsicherung geführt und zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Hillebrand habe dies bedauert und sei zu dem Schluss gekommen, Verantwortung zu übernehmen und persönliche Konsequenzen zu ziehen.

Die Aufgaben des Verkehrspräsidenten übernimmt vorläufig der Technikpräsident des ADAC, Karsten Schulze. Der Club bedauerte die Austritte vieler Mitglieder und kündigte an, das Gespräch mit enttäuschten Mitgliedern zu suchen. Gleichzeitig verwies der ADAC darauf, dass im Januar mehr als 100.000 neue Mitglieder gewonnen worden seien, was dem Niveau des Vorjahres entspreche.

Eine belastbare Bewertung der aktuellen Mitgliederentwicklung sei derzeit jedoch nicht möglich. Kündigungen würden erst nach Ablauf bestimmter Fristen wirksam, zudem gebe es Austritte aus unterschiedlichen Gründen. In der Gesamtbetrachtung habe der ADAC in den vergangenen Jahren jeweils Mitgliederzuwächse verzeichnet.

Die CO₂-Bepreisung in Deutschland ist zum Jahreswechsel erneut angehoben worden. Nach Berechnungen führt die aktuelle Stufe zu einem Aufschlag von bis zu rund drei Cent pro Liter bei Benzin und Diesel.


Quelle: autoflotte.de

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