Radon-Belastung in Deutschland regional sehr unterschiedlich
BfS-Karten geben Orientierung – verlässliche Werte nur durch Messungen im Gebäude
Bund. Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, das aus dem Boden in die Umgebungsluft und in Gebäude gelangen kann. In Innenräumen kann sich Radon anreichern und das Risiko für Lungenkrebs erhöhen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellt interaktive Karten zur regionalen Verteilung von Radon in Deutschland bereit, die eine erste Orientierung ermöglichen.
Karten zeigen regionale Unterschiede, keine Einzelwerte
Die vom BfS veröffentlichten, zoombaren Karten stellen dar, in welchen Regionen Deutschlands mit höheren oder niedrigeren Radon-Konzentrationen zu rechnen ist. Sie basieren auf Messdaten, Modellierungen und statistischen Auswertungen und zeigen die Radon-Belastung in einem räumlichen Raster. Aussagen zu einzelnen Gebäuden oder konkreten Baugrundstücken lassen sich daraus jedoch ausdrücklich nicht ableiten.
Wie hoch die Radon-Konzentration in einem bestimmten Gebäude tatsächlich ist, kann ausschließlich durch Messungen vor Ort ermittelt werden.
Unterschiede je nach Region
Das Vorkommen von Radon im Boden, in der bodennahen Atmosphäre und in Innenräumen ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich. In der norddeutschen Tiefebene sind die Radon-Konzentrationen überwiegend niedrig. In vielen Mittelgebirgsregionen, im Alpenvorland sowie in Gebieten mit bestimmten geologischen Strukturen, etwa Moränen aus der letzten Eiszeit, treten hingegen häufiger höhere Werte auf.
Radon im Boden, in der Außenluft und in Wohnungen
Prognosekarten des BfS zeigen die regionale Verteilung von Radon im Boden in einem groben Raster. Für die bodennahe Atmosphäre gilt, dass sich Radon im Freien rasch mit der Umgebungsluft vermischt und daher in Atemhöhe meist nur in geringen Konzentrationen vorkommt. Dabei sind die Werte im Süden Deutschlands tendenziell höher als im Norden.
Da radonhaltige Bodenluft aus dem Baugrund in Gebäude eindringen kann, ist Radon grundsätzlich in allen Innenräumen vorhanden. Eine weitere Karte des BfS zeigt die durchschnittliche Radon-Konzentration, der Menschen in ihren Wohnungen in Deutschland ausgesetzt sind. Auch hier gilt: Konkrete Aussagen für einzelne Wohnungen oder Häuser sind nur durch Messungen möglich.
Radon-Vorsorgegebiete
Zusätzlich weist das BfS Radon-Vorsorgegebiete aus, in denen erhöhte Anforderungen an den baulichen Radonschutz gelten. Diese Gebiete werden von den Bundesländern festgelegt. Das BfS stellt hierzu eine Übersichtskarte bereit, die den Stand der Ausweisungen vom 15. Juni 2021 abbildet. Rechtlich maßgeblich sind jedoch ausschließlich die jeweiligen Festlegungen der Länder.
Weitere Informationen zur Messung von Radon in Innenräumen stellt das BfS unter www.bfs.de/radon-messen zur Verfügung.

