#ProtectTheKids kritisiert Landshuter Beschluss zur Verschrottung von Luftfiltern
Landshut, August 2025 – Der Landshuter Stadtrat hat am 25. Juli einstimmig beschlossen, die 362 während der Corona-Pandemie für Schulen und Kitas angeschafften mobilen Luftfilter größtenteils zu verschrotten (Quelle). Gegen diesen Beschluss protestiert die Initiative #ProtectTheKids und fordert Oberbürgermeister Alexander Putz (CSU) auf, die Pläne zu stoppen.
1,2 Millionen Euro Anschaffung – jetzt „Schrott“?
2021 investierte Landshut über 1,2 Millionen Euro in Luftfilter für Schulen und Kitas, rund die Hälfte finanziert durch Fördermittel des Freistaats Bayern. Ministerpräsident Markus Söder hatte damals angekündigt: „Im Herbst soll es in jedem Klassenzimmer und den Kitas mobile Lüfter geben“ (Quelle). Nun sollen die Geräte „bis auf wenige (ca. 5) Ausnahmen“ entsorgt oder zum Materialwert verkauft werden. Begründet wird dies mit Wartungskosten von bisher rund 325.000 Euro – etwa 225 Euro pro Gerät und Jahr, was umgerechnet rund 10 Euro pro Kind jährlich entspricht (SZ, idowa, SAT.1 Bayern).
Initiative warnt vor kurzsichtiger Entscheidung
Die Initiative #ProtectTheKids spricht von einer „eklatanten Verschwendung von Steuergeldern“ und fordert, die Luftfilter weiterhin in allen Schulen ohne moderne Raumlufttechnik einzusetzen – insbesondere in der kalten Jahreszeit. Studien belegen die Wirksamkeit von Luftfiltern bei der Eindämmung von Corona-, Influenza- oder RSV-Infektionen sowie bei der Reduktion von Feinstaub und Allergenen (DFG-Positionspapier, Belgisch-niederländische Studie, ACS-Studie).
Corona, Long Covid und ME/CFS weiter ernst nehmen
Auch 2025 werden neue Corona-Wellen erwartet, aktuell durch die Varianten „Nimbus“ und „Stratus“. Die Virologin Prof. Dr. Isabella Eckerle mahnte am 16. Juni: „Wir sollten viel mehr über Prävention sprechen!“ (Quelle). In Deutschland sind inzwischen über 650.000 Menschen an ME/CFS erkrankt – viele davon infolge von Post-Covid (Studie, Konferenz Berlin, Spiegel).
Wissenschaft fordert Clean-Air-Gesamtkonzept
Aerosolforscher, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und internationale Wissenschaftler empfehlen seit Jahren Luftfilter als Teil eines „Clean-Air“-Konzepts für Schulen. Im Juni 2024 bekräftigte eine WHO-Tagung in Paris die Forderung nach besseren Raumluftstandards (Programm, Aufzeichnung).
#CleanAir4Kids: Vier Forderungen
Die Initiative fordert Bund, Länder und Kommunen auf, endlich eine bundesweite Luftqualitätsstrategie zu entwickeln – mit vier Kernpunkten:
1. Raumlufttechnik als Standard in Neubauten und schrittweise Nachrüstung von Bestandsgebäuden.
2. Weiternutzung bzw. Neubeschaffung von Luftfiltern, wo keine Raumlufttechnik vorhanden ist.
3. Finanzierung der Wartungskosten nicht allein durch Kommunen, sondern auch durch Länder und Bund.
4. Aufklärungskampagne für Lehrkräfte, Erzieher:innen und Eltern zu den Vorteilen sauberer Luft.
Fazit
Statt Luftfilter zu verschrotten, müsse Landshut – wie auch andere Städte – die Pandemie-Erfahrungen nutzen und in ein strategisches Clean-Air-Konzept investieren. „Saubere Luft in Schulen ist keine Luxusfrage, sondern Gesundheits- und Bildungsvorsorge für Kinder und Familien“, betont #ProtectTheKids.


