NGG fordert „Renten-Stoppschild 45“: Abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren
Rund 540 Beschäftigte gehen in Landshut jährlich in Rente. Die Gewerkschaft NGG Niederbayern fordert, dass Menschen nach 45 Beitragsjahren weiterhin ohne Abschläge in den Ruhestand gehen können.
Wer 45 Beitragsjahre voll hat, soll ohne Abschläge in Rente gehen können. Die Gewerkschaft NGG Niederbayern fordert von der Bundesregierung, ein „Renten-Stoppschild 45“ zu setzen.
In den kommenden Jahren werden in Landshut durchschnittlich rund 540 Beschäftigte pro Jahr in Rente gehen. Bis zum Jahr 2035 werden insgesamt etwa 15.700 Menschen im Ruhestand sein. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Niederbayern unter Berufung auf Berechnungen des Pestel-Instituts hin.
Für künftige Rentnerinnen und Rentner fordert die Gewerkschaft eine klare Regelung: Wer 45 Jahre Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, soll weiterhin abschlagsfrei in den Ruhestand gehen können. Die geplante Rentenreform der Bundesregierung sorge bei vielen Beschäftigten für erhebliche Verunsicherung.
Sorge vor Rentenkürzungen
Besonders betroffen seien Menschen, die kurz vor dem Erreichen der 45 Beitragsjahre stehen oder diese bereits erfüllt haben. Sie befürchteten deutliche Abschläge und damit spürbare Einbußen, wenn sie aus dem Berufsleben ausscheiden möchten.
„Sie befürchten deutliche Abschläge und damit spürbare Einbußen bei ihrer Rente, wenn sie jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden wollen“, sagt Kurt Haberl, Geschäftsführer der NGG-Region Niederbayern.
Wer früh ins Berufsleben starte, dürfe dafür nicht bestraft werden, betont Haberl. Viele Menschen mit langen Erwerbsbiografien seien keine Spitzenverdiener, sondern auf eine verlässliche und ungekürzte gesetzliche Rente angewiesen. Das gelte beispielsweise für Beschäftigte in der Lebensmittelproduktion sowie in Bäckereien, Kantinen und Restaurants in Landshut.
Viele Menschen haben 45 Jahre oder länger eingezahlt
Wie viele Versicherte von der Regelung betroffen sein könnten, verdeutlichen Zahlen aus Bayern: Unter den knapp 945.000 Männern, die Ende des vergangenen Jahres eine gesetzliche Altersrente bezogen, hatten nach Angaben der NGG rund 434.200 mindestens 45 Jahre Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt. Bei den knapp 1,2 Millionen Frauen waren es rund 182.500. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Angaben der Deutschen Rentenversicherung.
NGG lehnt höheres Renteneintrittsalter ab
Die Gewerkschaft appelliert an CDU/CSU und SPD, die geplante Rentenreform sozial auszugestalten. Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters lehnt sie ab. Gerade Menschen mit körperlich belastenden Tätigkeiten könnten nicht beliebig länger arbeiten, warnt Haberl. Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters komme für diese Beschäftigten einer Rentenkürzung durch die Hintertür gleich.
Kritisch bewertet die NGG außerdem die geplante Kapitalrente. Die gesetzliche Rente müsse verlässlich bleiben und dürfe nicht von den Risiken der Finanzmärkte abhängig sein. Zudem spricht sich die Gewerkschaft dafür aus, das Rentenniveau weiterhin an die Lohnentwicklung zu koppeln.
Mit ihrem „Renten-Stoppschild 45“ fordert die NGG Niederbayern die Bundesregierung auf, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren zu sichern und die Lebensleistung langjährig Versicherter anzuerkennen.
Quelle: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Niederbayern, Pressemitteilung vom 29. Oktober 2026.

