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„Man muss für die Aufgabe glühen“

Der Referent, 2. Bürgermeister von Wörth und Senioren-Beauftragter seiner Gemeinde Ludwig Thoma, und die Senioren-Beauftragte des Landkreises, Janine Bertram.

Senioren-Beirat: Ein Ehrenamt, das den ganzen Menschen fordert

Landkreis. Rund um die letzte Bundestagswahl sind in der Welt der Medien ganz oft Aussagen aufgetaucht wie die, dass „die Politik“ sich vor allem um die alten Menschen kümmere, die in dem an Kindern armen Deutschland halt einen immer größeren Teil der Bevölkerung bilden. In der Wirklichkeit vor Ort, also konkret in den Gemeinden auf dem „flachen Land“ wie dem Landkreis Landshut, stellt sich manches aber anders dar.

Das wurde bei einem Treffen der Senioren-Beauftragten im Landratsamt Landshut deutlich, zu dem stellvertretender Landrat Fritz Wittmann Teilnehmer aus allen Teilen des Landkreises willkommen hieß.  Unter Leitung von Janine Bertram, der Senioren-Beauftragten des Landkreises, diskutierten Senioren-Beauftragte und Senioren-Beiräte über die Lage älterer Mitbürger. Deren Arbeit ist, so eines der zentralen Ergebnisse, gesetzlich praktisch nicht verankert, entsprechend gibt es nur ausnahmsweise Budgets: Überall nur Kann-Bestimmungen, keine Verpflichtungen, keine Vorgaben durch unumgängliche Paragraphen. 

Wovon der Erfolg der Ehrenamtlichen abhängt

Letztlich hängen Erfolg und Wirksamkeit ihrer Arbeit vom persönlichen Engagement ab, von der gesellschaftlich-politischen Stellung der Menschen, die diese Ehrenämter bekleiden, und von dem Verständnis und dem Einfluss, den sie in den jeweiligen Gemeinden entfalten können. Konkret: Wenn die Ehrenamtlichen nicht die Bürgermeister und den Gemeinderat hinter sich haben, stehen sie auf verlorenem Posten.

Ludwig Thoma, 2. Bürgermeister der Gemeinde Wörth an der Isar, und Referent bei dem Treffen, stellt ein rundum positives Beispiel in der skizzierten Konstellation dar. Er machte zudem deutlich, was eine unverzichtbare Voraussetzung für den Erfolg (nicht nur) in der Senioren-Arbeit ist: „Man muss für seine Aufgabe glühen.“ Wenn man keine Leidenschaft habe, könne man nicht wirklich etwas erreichen.

Barriere-Freiheit, ÖPNV und Freizeit-Angebote

Konkret heiße das insbesondere, dass man „alte Menschen“ einfach mögen, sich in sie hineinversetzen können muss – und dabei auch wissen und stets berücksichtigen muss, dass alter Mensch nicht gleich alter Mensch ist.  Rüstige 65-jährige haben ganz andere Bedürfnisse, Sorgen, Interessen als Seniorinnen und Senioren jenseits der 90-Jahre-Grenze, stellte Thoma klar.

Angesichts des immer größer werdenden Anteils von alten Menschen an der Bürgerschaft ist es nach Überzeugung der Teilnehmer aber buchstäblich notwendig, dass Senioren-Beauftragte und –Beiräte bei allen Belangen und Fragen hinzugezogenen werden, die alte Menschen betreffen: Das reiche von der Barriere-Freiheit für Einrichtungen und Gebäude der Gemeinden über das Angebot an Freizeit-Beschäftigungen für Senioren unterschiedlichen Alters bis hin zu der Organisation von grundlegenden Angeboten im Öffentlichen Personennahverkehr und bei Einkaufs-Möglichkeiten.

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