Landshuter Hofmusiktage 2026 in der Jesuitenkirche
Barocke Meisterwerke zur Wiedereröffnung der Jesuitenkirche St. Ignatius
v.l. Bernhard Hirtreiter, musikalischer Leiter der Hofmusiktage, Msgr. Joseph Baur, Michael Bragulla, Vorsitzender der Hofmusiktage im Kirchenraum von St. Ignatius
Landshuter Hofmusiktage 2026 – Geistliche Meisterwerke der Barockzeit in der wiedereröffneten Jesuitenkirche
Msgr. Josef Baur, Hausherr der Jesuitenkirche St. Ignatius, freut sich ganz besonders über die Wiedereröffnung nach 18-jähriger Renovierungszeit: „Wir sind stolz darauf, der Landshuter Öffentlichkeit diesen Kirchenraum endlich wieder zugänglich zu machen.” Der Landshuter Stiftsprobst begrüßt es sehr, dass die Landshuter Hofmusiktage gleich mit zwei Konzerten in diesem außergewöhnlich schönen Gotteshaus vertreten sind. Den Auftakt macht die Landshuter Hofkapelle am 28. Juni um 17.00 Uhr.
Am 5. Juli 2026 präsentieren die Landshuter Vokalisten unter der Leitung ihres Gründers Bernhard Hirtreiter gemeinsam mit dem Harmonia Consort zwei Meisterwerke der Barockzeit: Heinrich Schütz’ „Musikalische Exequien” und die „Markuspassion” von Reinhard Keiser.
Die „Musikalischen Exequien” (1636) entstanden auf ausdrücklichen Wunsch von Heinrich Posthumus Reuß, der die Bibeltexte für seine eigene Trauerfeier persönlich zusammengestellt hatte – ein einzigartiges Dokument frühbarocker Frömmigkeit. Die rund siebzig Jahre später entstandene „Markuspassion” von Reinhard Keiser beschäftigte Johann Sebastian Bach nachweislich intensiv: Er fertigte mehrere Abschriften an, die erste nachgewiesene Aufführung datiert auf das Jahr 1713. Beide Werke erklingen in historisch informierter Kleinstbesetzung – so, wie sie zu Lebzeiten ihrer Schöpfer erklangen: mit wenigen Streichern, Cembalo und solistischen Singstimmen.
Das Harmonia Consort, gegründet von Bernhard Hirtreiter und Jakob Rattinger, steht für das produktive Miteinander von ambitionierten Laienmusikern und professionellen Solisten – Musik als lebendige, verbindende Kraft in der Gesellschaft. Aus dieser Idee heraus werden auch die Solopartien beider Werke von Ensemblemitgliedern der Landshuter Vokalisten übernommen; in der Markuspassion ist Martin Witzko als Evangelist zu erleben, Bernhard Weindl singt die Partie des Jesus.
Ein Konzertabend, der zwei Meister der Barockzeit eindrucksvoll vereint – getragen von der außergewöhnlichen Akustik der Jesuitenkirche.
Tickets unter www.landshuter-hofmusiktage.de, www.okticket.de und bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Rezension zum Auftritt von Voces8 am 12.06. im Rathausprunksaal in Landshut zum Auftakt der Landshuter Hofmusiktage 2026
Ein Abend, der in Erinnerung bleibt
Das Konzert war seit Wochen ausverkauft – und wer am Freitagabend im Rathausprunksaal saß, wusste sofort warum. Die Landshuter Hofmusiktage 2026 haben mit ihrem Eröffnungskonzert gleich zu Beginn die Messlatte hoch gelegt. Mit dem britischen Vokalensemble VOCES8 hatte der Verein einen echten Hochkaräter verpflichtet – und das Publikum dankte es mit einem Begeisterungssturm, der sich vom ersten Ton bis zum letzten Applaus steigerte.
VOCES8 moderierte den Abend vollständig auf Englisch – was keinen Moment störte. Im Gegenteil: Der professionelle Auftritt des Oktetts, eleganter britischer Mutterwitz gepaart mit ansteckender Schalkhaftigkeit, machte auch die Moderation zum Teil des künstlerischen Erlebnisses.
Was diesen Abend so außergewöhnlich machte: VOCES8 brauchte keine schmeichelnde Kirchenakustik. Im Rathausprunksaal entfalteten sich die acht Stimmen in ihrer reinsten Form. Die Intonation makellos, die Dynamik durchdacht bis ins letzte Piano, die Sprachbehandlung von einer Sensibilität, die staunen lässt. Die individuelle Färbung jeder Stimme bleibt hörbar – und fügt sich doch zu einem fein verzahnten Klangkunstwerk zusammen.
Die Programmgestaltung war ebenso klug wie schlüssig: von Mendelssohns „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir” über Bachs „Komm, Jesu, komm” bis zu Monteverdis „Lagrime d’amante al sepolcro dell’amata”. Besonders eindrucksvoll: die zeitgenössischen Werke von Eric Whitacre und die Arrangements von Jim Clements – ein Beweis, dass VOCES8 alle Stilepochen mit gleicher Überzeugungskraft beherrscht.
Man muss nicht mehr unbedingt nach München oder Regensburg fahren, um Konzerte dieser Güte zu erleben. Am Ende stand das Publikum auf – nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus dem tiefen Gefühl des Glücks, bei diesem Konzert dabei gewesen sein zu dürfen.
Die Landshuter Hofmusiktage 2026 haben begonnen, und wenn dieser erste Abend ein Versprechen ist, darf man sich auf das gesamte Festival außerordentlich freuen.
Rezension Thomas Vollmann

