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Intendant Tilch und Generalmusikdirektor Coleman bleiben im Amt


Intendant Stefan Tilch und Generalmusikdirektor Basil H. E. Coleman bleiben bis 2026 im Amt. Verträge des Führungs-Duos final bis 2026 verlängert, Spielplan 22/23 vorgestellt.


In seiner Sitzung am 23. März 2022 beschloss der Zweckverband Landestheater Niederbayern, die Ver-träge des Intendanten Stefan Tilch und des Generalmusikdirektors Basil H. E. Coleman um drei Jahre bis Sommer 2026 zu verlängern. Im gegenseitigen Einvernehmen ist eine weitere Verlängerung darüber hinaus nicht vorgesehen. Die Stellen des Intendanten und des Generalmusikdirektors sollen im September 2024 zur Neubesetzung ab der Spielzeit 2026/2027 ausgeschrieben werden.

Dr. Thomas Pröckl, Vorsitzender des Zweckverbandes, würdigte die Leistungen des Führungs-Duos, das seit der Spielzeit 2002/2003 im Amt ist: „Stefan Tilch und Basil Coleman prägen die Kulturland-schaft in Niederbayern. Sie haben in den vergangenen 20 Jahren das Landestheater Niederbayern hervorragend weiterentwickelt und seine Bekanntheit weit über die Grenzen Niederbayerns gesteigert. Daher freue ich mich, dass wir einen wertschätzenden Weg gefunden haben, diese erfolgreiche Zusammenarbeit für weitere drei Jahre fortzusetzen und gleichzeitig den Übergang in eine neue Ära ein-zuleiten.“

Gleichzeitig kündigte Pröckl einige grundlegende Änderungen an, die bereits sehr zeitnah umgesetzt werden. Die wichtigste unter ihnen ist die Einstellung eines Chefdirigenten, der gemeinsam mit Generalmusikdirektor Coleman die Niederbayerische Philharmonie leiten wird. Damit wird die derzeit va-kante Stelle des Kapellmeisters aufgewertet; das Besetzungsverfahren für diese Stelle wird noch in der laufenden Spielzeit begonnen – das Ziel ist eine Einstellung zum Jahresbeginn 2023.

Intendant Stefan Tilch, der wegen einer Erkrankung nicht persönlich an der Sitzung teilnehmen konnte, freute sich – gemeinsam mit Generalmusikdirektor Basil Coleman – seine Arbeit am Landestheater Nie-derbayern fortzusetzen: „Man ist ja immer zerrissen bei solchen Entscheidungen. Einerseits ist das Landestheater Niederbayern meine zweite Haut, ich bin in hier geboren, habe hier meine ersten The-atervorstellungen gesehen, meine ersten Inszenierungen gemacht und leite die Häuser seit zwanzig Jahren als Intendant. Andererseits fühle ich mich doch noch deutlich zu jung, um das jetzt bis zur Rente durchzuführen, besonders nicht, das sage ich bewusst in Richtung Landshut, in einem Containerbüro und einem Theaterzelt auf einem Feld am Stadtrand. Die nun gefundene Lösung ist die allerbeste für uns alle: Die theatrale Welt kann sich nach den Corona-Beschränkungen hoffentlich wieder ein wenig normalisieren. Die Mitarbeiter und wir haben ein wenig Vorlauf, um ein „Leben danach“ vorzubereiten. Wir können in einem furiosen Finale über drei Spielzeiten nochmal ein paar kräftige künstlerische Paukenschläge setzen. Und der Zweckverband hat genug Zeit, sich über seine weiteren Ziele zu orien-tieren und ein neues Führungsteam zu bestellen.“

Im Anschluss stellten Generalmusikdirektor Basil H. E. Coleman und Schauspiel-Dramaturg Peter Ober-dorf den Spielplan für die Spielzeit 2022/2023 vor. Das Publikum darf sich auf eine Uraufführung, 13 Neuproduktionen und vier Wiederaufnahmen freuen.

Die erste Neuproduktion der Musiktheaterabteilung wird die freche Berliner Jazz-Operette „Im weißen Rössl“ sein. Die bereites in der Spielzeit 2018/2019 begonnene Erstaufführung von Wagners Bühnen-festspiel „Der Ring des Nibelungen“ wird mit „Siegfried“ im Herbst 22 und „Götterdämmerung“ im Frühjahr 23 fortgesetzt. Auf ihre Kosten kommen Barock-Fans mit Händels „Rinaldo“. Bei den Burgen-festspielen Niederbayern zeigt die Musiktheaterabteilung einen Doppelabend mit Puccinis „Le Villi“ und Mascagnis „Cavalleria Rusticana“. Bereits am Anfang der Spielzeit erlebt Verdis zu Unrecht selten gespieltes Meisterwerk „Die Macht der Schicksals“ eine Wiederaufnahme.

Die Schauspielabteilung beginnt die Theatersaison mit zwei Klassikern des komischen Genres – zu-nächst Camolettis „Boeing, Boeing“ und kurze Zeit später „Shakespeares sämtliche Werke (leicht ge-kürzt)“. Kammerschauspielerin Ursula Erb bietet mit der Lesung „Ein deutsches Leben“ ein beeindruckendes Zeugnis der deutschen Zeitgeschichte – die Lebenserinnerungen einer Sekretärin, die als klei-nes Rädchen an der großen Maschine Nationalsozialismus mitgewirkt hat. Die Grundkonflikte der neu-zeitlichen Wissenschaft thematisiert Brechts „Leben des Galilei“; die dunkle Zukunftsvision einer Ge-sundheitsdiktatur wird in Juli Zehs „Corpus Delicti“ verhandelt. Die Schauspiel-Spielzeit endet wie jedes Jahr open-air mit Shakespeares „Wie es euch gefällt“.
Fans von Musicals und Revuen kommen in der Spielzeit 2022/2023 voll auf Ihre Kosten. Mit der Urauf-führung von „Coleman’s Twelve“ wird der Sensationserfolg von vor einigen Jahren, „Coleman’s Ele-ven“, mit jeder Menge neuer Hits des Rat Pack fortgesetzt. Ein moderner Klassiker des Musical-Genres, „The Black Rider“ von Tom Waits und William Burroughs, erzählt die Geschichte des „Freischütz“ auf moderne Art. Zwei Wiederaufnahmen von Produktionen, die in der laufenden Spielzeit leider viel zu selten angeboten werden konnten, runden das Programm ab: „AzzurroDue“ und „Me and My Girl“.

Das junge und junggebliebene Publikum darf sich auf einen Klassiker der Kinderbuchliteratur von Astrid Lindgren freuen: „Michel in der Suppenschüssel“. Zur Weihnachtszeit erobert „Dick Whittington“, die lustigschräge Christmas-Pantomime, noch einmal die Bühnen in Landshut und Passau.

Zuletzt wurde in der Sitzung der Haushalt für das Jahr 2022 beschlossen. Der Verwaltungshaushalt umfasst Einnahmen und Ausgaben von rund 13,5 Mio €, wobei die Betriebskosten der Städte Landshut, Passau und Straubing bereits berücksichtigt wurden. Gemäß der Zusage des Staatsministers für Wis-senschaft und Kunst a.D. Bernd Sibler rechnet der Zweckverband mit einem Staatszuschuss von 3 Mio €. Wegen der guten Haushaltslage fallen die Umlagen für die Städte Landshut und Passau sowie den Bezirk Niederbayern günstiger als erwartet mit jeweils 2,3 Mio € aus. Die Umlage für die Stadt Straubing beträgt 460.000 €.

Der Vermögenshaushalt umfasst Einnahmen und Ausgaben von rund 1,15 Mio €. Der Betrag ist unge-wöhnlich hoch, allerdings werden rund 1 Mio € für die Finanzierung des Verwaltungshaushalts ver-wendet. Die verbleibenden Mittel im Vermögenshaushalt werden für die Anschaffung neuer Fahr-zeuge sowie technischer Ausrüstungen verwendet.

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