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Der nächste Meilenstein ist erreicht: Richtfest für neue Grundschule Nordwest gefeiert

Ab dem Schuljahr 2025/26 sollen etwa 400 Kinder in dem sternförmigen „Bildungshaus unterrichtet werden –Oberbürgermeister Alexander Putz würdigt raschen Baufortschritt

Der Neubau der Grundschule Nordwest im Konzept der kooperativen Ganztagsbetreuung schreitet zügig voran – nun ist ein weiterer Meilenstein erreicht: Mit zahlreichen Ehrengästen, an der Spitze Oberbürgermeister Alexander Putz und Prof. Katharina Leuschner vom ausführenden Planungsteam „Studio Leuschner“, wurde am Mittwoch das Richtfest gefeiert. Rechtzeitig zum Beginn des Schuljahres 2025/26, also im September nächsten Jahres, sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Etwa 400 Kinder können ab dann in der vierzügigen Schule unterrichtet werden. In das Bauvorhaben investiert die Stadt Landshut insgesamt rund 42,5 Millionen Euro.

„Landshut ist, nicht zuletzt dank des Zuzugs junger Familien, prozentual die am stärksten wachsende Stadt Deutschlands. Dadurch steigen natürlich auch die Schülerzahlen seit vielen Jahren kräftig an“, erläuterte OB Putz in seiner Festrede. Die Stadt habe darauf noch vor seinem Amtsantritt reagiert und unter seinem Vorgänger, Altoberbürgermeister Hans Rampf, den aktuellen Schulentwicklungsplan erarbeitet. Dieser werde nun Zug um Zug umgesetzt, um die Bildungsinfrastruktur vor Ort auf den neuesten Stand zu bringen und die Kapazitäten bedarfsgerecht zu erweitern. Neben der Grundschule Nordwest laufen daher momentan mit dem Neubau der dreizügigen Grundschule Ost und dem Neubau der Staatlichen Realschule an der Fuggerstraße, die künftig siebenzügig sein wird, zwei weitere große Schulbauprojekte.

„Für die Stadt als Sachaufwandsträger bedeutet das nicht zuletzt finanziell einen echten Kraftakt, der ohne die Unterstützung des Freistaats gar nicht zu stemmen wäre“, betonte Putz. Die voraussichtliche Förderung durch das Land Bayern für die Grundschule Nordwest wird bei rund 15,6 Millionen Euro liegen. Dafür sei man sehr dankbar. Allerdings seien die Baukosten bedingt durch die hohe Inflation während der Bauphase massiv gestiegen, was bei der Zuteilung der Fördermittel keine Berücksichtigung mehr finde. „Das tut uns weh, denn letztlich landen wir deswegen für dieses Projekt bei einer Förderquote von nur etwa 35 Prozent – also weit unter den 50 bis 60 Prozent, die für Schulneubauten eigentlich in Aussicht stehen. Es wäre deshalb im Interesse aller Kommunen dringend nötig, die Baukostenrichtwerte zu aktualisieren und realistische Beträge anzusetzen“, mahnte der Rathauschef. Sehr erfreulich sei dagegen der rasche Baufortschritt. „Viele Gäste haben mich im Vorfeld dieses Richtfests darauf angesprochen, dass wir doch gerade erst den Spatenstich für die Schule gefeiert hätten. In der Tat ist das nur eineinhalb Jahre her“, sagte Putz und stellte zufrieden fest: „Da sieht man, wie schnell wir in Landshut bauen können!“

Architektin Prof. Katharina Leuschner stellte anschließend in ihrem Grußwort das Entwurfskonzept der Grundschule Nordwest näher vor. Auch von außen auf den ersten Blick erkennbar ist dabei die architektonisch anspruchsvolle und charakteristische Sternenform, in der das dreigeschossige Gebäude mit einer Geschossfläche von 5.840 Quadratmetern (inklusive Mensa) errichtet wurde.

Im Erdgeschoss des Schulgebäudes werden unter anderem Verwaltung und Sekretariat, das Lehrerzimmer, Fachräume etwa für Musik und Werken sowie die zentrale Pausenhalle untergebracht sein. In den beiden Obergeschossen befinden sich je drei sogenannte Lerncluster für 60 bis 75 Kinder im Schul- und Hortbetrieb (kooperative Ganztagsbetreuung). Kleine Stichflure verbinden diese Cluster untereinander und erschließen Nebenräume wie WC-Anlagen. Ein Cluster ist mit drei Klassenräumen für je 20 bis 25 Schüler, zwei Gruppenräumen und einem großzügigen zentralen Lernzentrum ausgestattet, das das Herzstück des Clusters bildet. Ein Teamzimmer für Lehrkräfte und Erzieher sowie ein kleiner Raum für Kleingruppen- oder Einzelbetreuung vervollständigen das Raumprogramm jedes Clusters. Im kleineren Gruppenraum wird zudem eine Küchenzeile vorgesehen, um die Zubereitung von Frühstück, kleinen Imbissen am Nachmittag und Freizeitaktivitäten im Rahmen der Hortbetreuung – beispielsweise Backen und Kochen – zu ermöglichen. In jedem Geschoss ist auch ein Mehrzweckraum vorhanden. Ein Außenklassenzimmer im Bereich der Werkräume rundet das vielfältige Angebot ab.

In dem im Norden ans Grundschulgebäude anschließenden Pavillon ist die Mensa, das sogenannte Schülerrestaurant, vorgesehen. Hier wird für die Grundschüler und einen Teil der Schüler der benachbarten Wirtschaftsschule ein Mittagessen angeboten, das in der Aufbereitungsküche frisch zubereitet wird. Die Mensa ist durch einen Übergang aus der Pausenhalle der Grundschule zu erreichen, kann aber dank der eigenständigen Lage auch von der Schule unabhängig betrieben und bei Bedarf für andere Veranstaltungen zu Verfügung gestellt werden. Alle Gebäude des neuen Schulkomplexes haben Flachdächer mit extensiver Begrünung.

Ebenfalls neu gebaut wird eine Einfachturnhalle, die an den bestehenden Sporthallen der Wirtschaftsschule angeordnet ist und über die Außenanlagen des Schulcampus erreicht werden kann. Auf dem Dach soll eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von etwa 50 kWp installiert werden. Um die Außensportflächen der Grundschule Nordwest und der Wirtschaftsschule auf dem Gelände realisieren zu können, müssen zudem die Außenanlagen der Wirtschaftsschule neu organisiert werden. Den zentralen Ort zwischen den Schulen wird künftig ein 50 mal 80 Meter großes Rasensportfeld bilden, das von beiden Einrichtungen genutzt werden kann.

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