„BVS-Stimmungsbarometer 2026“: So bewerten Bayerns Bürgerinnen und Bürger ihre Verwaltung
Digitalisierung, KI und Transparenz im Fokus des BVS-Stimmungsbarometers 2026
Digitalisierung, KI, Transparenz und persönliche Behördenkontakte: Repräsentative Studie der Bayerischen Verwaltungsschule offenbart Chancen und Herausforderungen der Verwaltungen im Freistaat
München, 15. April 2026 – Die Bayerische Verwaltungsschule (BVS) präsentiert heute ihr „BVS-Stimmungsbarometer“ für das Jahr 2026. Im vergangenen Herbst wurden insgesamt 1.000 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger aus allen Altersgruppen und den sieben Regierungsbezirken im Freistaat zu ihren Erwartungen, Sorgen und Forderungen an ihre kommunalen Verwaltungen befragt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, welche Handlungsfelder nun kurz nach der Kommunalwahl die dringlichsten Änderungs- oder Verbesserungspotenziale bergen. Dazu zählen Kernthemen wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI), behördliche Transparenz sowie die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bevölkerung.
Digitalisierung ja, aber bitte alle mitnehmen
Das „BVS-Stimmungsbarometer 2026“ zeigt: Die Menschen im Freistaat stehen digitalen Verwaltungsangeboten grundsätzlich offen gegenüber. Jeder Zweite (49 Prozent) würde zum Befragungszeitpunkt sogar bei der Wahl einen Lokalpolitiker bevorzugen, der sich für die Digitalisierung der Verwaltung einsetzt. Insgesamt beschreiben sieben von zehn Befragten (70 Prozent) ihre grundsätzliche Einstellung zur Digitalisierung und dem Einsatz von KI als positiv. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmenden (51 Prozent) spricht sich deutlich für ein erweitertes digitales Angebot in ihrer Gemeinde aus und zwei Drittel (65 Prozent) möchten ihre Anliegen künftig so weit wie möglich bequem online erledigen. Gleichzeitig wird jedoch auch sichtbar, dass nicht alle gleichermaßen mit der technologischen Entwicklung Schritt halten können. So fühlt sich nahezu ein Viertel (24 Prozent) der Befragten vom Wechsel hin zu mehr digitalen Behördendiensten schon jetztüberfordert. So herrscht bereits beim Überblick über digitale Angebote Unsicherheit: Nahezu die Hälfte (46 Prozent) kennt den Umfang der bestehenden Online-Dienstleistungen ihrer Kommune nicht.
Akzeptanz und Erwartungen an KI
Auch hinsichtlich des Einsatzes Künstlicher Intelligenz überwiegt eine positive Grundhaltung. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Umfrageteilnehmenden sieht in der kompetenten Nutzung von KI ein starkes Potenzial für den effektiven Ausbau der Infrastruktur. Ebenfalls mehr als die Hälfte (59 Prozent) befürwortet außerdem den Einsatz von KI und Automatisierung zur automatischen Bearbeitung von Formularen oder Anträgen. Zugleich erwarten viele Menschen auch bei diesem Thema eine offene Kommunikation. Drei Viertel der Befragten (75 Prozent) sind der Meinung, Behörden müssten ihre Bürger unbedingt darüber informieren, an welcher Stelle und zu welchem Szenario KI zum Einsatz kommt. Knapp jeder Zweite der befragten Bürgerinnen und Bürger zeigt sich zudem in Sachen Digitalisierung aufgrund von Datensicherheitsbedenken (47 Prozent) besorgt.
Transparenz als Kernforderung
Bei kaum einem anderen Thema wird ein Handlungsbedarf für Verwaltungen so deutlich wie bei der Kommunikation mit der Bevölkerung: Als meistgenannte Herausforderung für die jeweilige lokale Verwaltung (39 Prozent aller Nennungen) sehen die Befragten den Dialog zwischen Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern. Knapp zwei Drittel der Umfrageteilnehmenden (64 Prozent) können häufig nicht nachvollziehen, wie politische Beschlüsse, die das Leben aller direkt beeinflussen, zustande kommen.
Behördenkontakte – Zufriedenheit mit Abstrichen
Trotz bestehender Kritikpunkte fällt die Bewertung persönlicher Behördenkontakte positiv aus. Mit 89 Prozent zeigen sich neun von zehn der Befragten, die in den letzten zwölf Monaten einen Dienst ihrer Behörde in Anspruch genommen haben, zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Erfahrung. Im praktischen Alltag zeigt sich jedoch auch Verbesserungsbedarf: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) empfindet Öffnungszeiten und Terminvergaben als unflexibel und nur schwer mit dem eigenen Leben vereinbar.

„Unser „BVS-Stimmungsbarometer 2026“ zeigt deutlich, wie vielfältig die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger in Bayern an ihre kommunale Verwaltung sind“, betont Hans-Christian Witthauer, Vorstand der Bayerischen Verwaltungsschule.
„Verwaltungen müssen nicht jeden Trend mitmachen, aber sie müssen zukunftsorientiert auf Basis der lokalen Begebenheiten handlungsfähig sein.
Dafür braucht es Orientierung, und die liefert die BVS mit ihren Angeboten. Wir sehen die BVS nicht nur als eine Fortbildungsstätte, sondern als strategischen Hebel.
Mit den Erkenntnissen aus der Studie können wir unsere Qualifizierungsangebote optimieren, um weiterhin unserer Mission gerecht zu werden, kommunale Verwaltungen fit für die Zukunft zu machen.“

