Umwelt & Energie

BBU warnt vor möglichem Atommüll-Rücktransport nach NRW

Umweltverband kritisiert Umgang mit Atommüll und fordert Stilllegung von Uranfabriken

Start eines Sonderzugs mit Uranmüll an der Gronauer Urananreicherungsanlage, 9.7.2020

Geheimniskrämerei: Bald Atommüll-Rücktransport aus Frankreich nach NRW?

Nach dem Transport der Castor-Atommüllbehälter von Großbritannien nach Brokdorf (Schleswig-Holstein) kritisiert der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) mit Sitz in Bonn die konzeptlose Verschieberei von Atommüll. „Es ist nicht absehbar, wo der Atommüll letztlich dauerhaft gelagert werden soll. Fest steht aber, dass kein weiterer Atommüll mehr produziert werden darf – weder in Atomkraftwerken, noch in sonstigen Atomanlagen“, so BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz. Der BBU warnt vor der weiteren Atommüllproduktion und vor weiteren Atommülltransporten. Die Bevölkerung muss vor den Gefahren der Atomanlagen und Atomtransporte geschützt werden.

Um die Produktion weiteren Atommülls zu verhindern, fordert der BBU u. a. von den zuständigen Landesregierungen die sofortige Stilllegung der Uranfabriken in Gronau (NRW) und in Lingen (Niedersachsen). Für den Betrieb beider Anlagen gibt es bisher unbefristete Betriebsgenehmigungen – trotz beschlossenem Atomausstieg.

Aus Sicht des BBU unterstreicht der jetzt erfolgte Castor-Atommüll-Transport in das Zwischenlager in Brokdorf das generelle Chaos beim Umgang mit Atommüll. Es ist unklar, wo letztlich der Atommüll endgelagert werden soll; in Brokdorf kann er nicht dauerhaft bleiben – und in anderen Zwischenlagern auch nicht.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Atommüllberge (bundesweit, international) kritisiert der BBU auch erneut die hochgefährlichen Castor-Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus – quer durch NRW.

Und der BBU warnt vor weiteren Atomtransporten quer durch das Bundesgebiet, die kaum bekannt sind: Es gab bereits z. B. zahlreiche Atommüll-Transporte von der Urananreicherungsanlage in Gronau nach Frankreich. Dort wird abgereichertes Uranhexafluorid aufgetrennt und das rückgewonnene Uranoxid (das weiterhin Atommüll ist) soll nach Gronau zurück transportiert werden. Dort soll es in einem Zwischenlager neben der Urananreicherungsanlage untergebracht werden, das schon vor Jahren gebaut wurde, bisher aber noch leer steht. In dem Lager dürfen 60.000 Tonnen Uranoxid eingelagert werden – genehmigt von der NRW-Landesregierung. Wann die Uranmüll-Rücktransporte aus Frankreich nach Gronau (vermutlich mit Sonderzügen) starten sollen, ist bisher nicht bekannt. Der Urenco-Konzern, der die Urananreicherungsanlage in Gronau betreibt, und die zuständige bzw. verantwortliche NRW-Atomaufsicht unter Leitung von Wirtschaftsministerin Mona Neubaur machen ein Geheimnis daraus.

https://www.wn.de/muensterland/kreis-borken/gronau/uranoxidlager-der-urenco-ist-immer-noch-leer-1549067

Unklar sind auch immer die Termine der Urantransporte von Gronau durch Norddeutschland Richtung Schweden, sowie die Urantransporte, die im Zusammenhang mit der Brennelementefabrik in Lingen durchgeführt werden.

Traditionell treffen sich seit fast 40 Jahren (seit Herbst 1986) immer Mitglieder verschiedener Bürgerinitiativen am ersten Sonntag im Monat zum Sonntagsspaziergang an der Urananreicherungsanlage in Gronau (14 Uhr, Röntgenstraße 4). Nächster Termin: Sonntag, 5. Juli 2026. Bei den Spaziergängen wird nach Fahrzeugen (LKW, Bahnwaggons) für Urantransporte Ausschau gehalten.

Weitere Proteste gegen Atomtransporte sind in NRW in Vorbereitung. Und die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, die auch im BBU organisiert ist, ruft zur Teilnahme an einer Protestaktion am Dienstag (23.6.) in Berlin auf.

Mehr dazu unter: https://www.bi-luechow-dannenberg.de

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Zur Finanzierung seines vielfältigen Engagements bittet der BBU um Spenden aus den Reihen der Bevölkerung. Spendenkonto: BBU, Sparkasse Bonn, IBAN: DE62370501980019002666, SWIFT-BIC: COLSDE33.

Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter http://www.bbu-online.de und telefonisch unter 0228-214032. Die Facebook-Adresse lautet www.facebook.com/BBU72. Postanschrift: BBU, Prinz-Albert-Str. 55, 53113 Bonn.

Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken. Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für umweltfreundliche Energiequellen.

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