Daten & Fakten

Automatisierte Drohnen stärken Gefahrenabwehr in Stadt und Landkreis München

Gemeinsames Pilotprojekt liefert Lagebilder noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte

FW-M: Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis: automatisierte Drohnen für die Gefahrenabwehr

Schnelle, fundierte Entscheidungen sind in der Gefahrenabwehr entscheidend. Um Einsatzlagen künftig noch früher und präziser beurteilen zu können, setzen der Landkreis München sowie die Feuerwehr München auf automatisierte Drohnen. Noch vor dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte ermöglichen die Drohnen der Leitstelle und dem anfahrenden Einsatzleiter eine erste Lageeinschätzung anhand hochauflösender Luftbilder sowie eine effektive Kräfteplanung.

In der Landeshauptstadt München kommen bereits seit vergangenem Dezember zwei automatisierte Drohnen zum Einsatz. Nun ergänzt eine weitere Drohne in Heimstetten im Landkreis das Projekt. Ziel des gemeinsamen Vorhabens ist eine moderne, leistungsfähige und eng vernetzte Gefahrenabwehr in der Region.

Die neu in der Gemeinde Kirchheim stationierte Drohne startet bei bestimmten Schlag- und Stichworten automatisiert aus dem Einsatzleitrechner der Feuerwehreinsatzzentrale und liefert wenige Minuten später ein erstes Lagebild aus der Luft – noch bevor die ersten Kräfte vor Ort eintreffen. Bei unklaren Lagen kann zudem der diensthabende Schichtführer manuell den Start anordnen.

Der Einsatzradius beträgt rund acht Kilometer. Mit einer Fluggeschwindigkeit von etwa 50 Kilometern pro Stunde erreicht die Drohne die Einsatzstelle in der Regel deutlich vor den anfahrenden Einheiten. Als „fliegendes Auge“ liefert sie bis zu 56 Minuten lang hochauflösende Bilder mit bis zu 65-facher Vergrößerung. Eine integrierte Wärmebildkamera ermöglicht es, Brandherde oder die Ausdehnung von Waldbränden frühzeitig zu erkennen.

Während des Flugs werden die Drohnen kontinuierlich von speziell ausgebildeten Drohnenpilotinnen und -piloten des Unternehmens Skyflow überwacht. Für Notfälle ist ein integrierter Fallschirm vorgesehen. Der Drohneneinsatz wurde mit den Betreibern von Rettungs- und Polizeihubschraubern abgestimmt. Eine flächendeckende oder dauerhafte Überwachung findet nicht statt. Personenbezogene Daten werden ausschließlich im Rahmen der DSGVO verarbeitet.

Das Projekt ist zunächst als sechsmonatige Testphase angelegt. Im Anschluss soll über einen dauerhaften Einsatz entschieden werden. Ziel ist es, die jeweils nächstverfügbare Drohne unabhängig von Zuständigkeitsgrenzen einzusetzen und so wertvolle Minuten bei der Lageerkundung zu gewinnen.

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