Bayerische LandesSeniorenVertretung fordert unabhängigen Seniorenbeauftragten

Bayerische LandesSeniorenVertretung fordert unabhängigen Seniorenbeauftragten
„Die LandesSeniorenVertretung Bayern erwartet nach der Landtagswahl vom Bayerischen Ministerpräsidenten die Einsetzung eines unabhängigen Beauftragten für die Belange der Seniorinnen und Senioren“, erklärte deren Vorsitzender, Franz Wölfl, heute in München. „Wenn ich unabhängig sage, dann meine ich auch unabhängig“, fuhr Wölfl fort, „also keine ehemalige Ministerin, kein ehemaliger Minister und auch keine Landtagsabgeordnete bzw. kein Landtagsabgeordneter aus den Reihen der Regierungskoalition“. Dass dies möglich sei, praktiziere die Bayerische Staatsregierung seit Jahren im Behindertenbereich; die bisherigen Behindertenbeauftragten waren stets unabhängige praxiserfahrene Persönlichkeiten.
Franz Wölfl: „Nur ein unabhängiger Seniorenbeauftragter garantiere, dass Seniorenpolitik nicht nur für die älteren Menschen, sondern auch mit ihnen gemacht werde.“ Die alten Menschen wissen besser als jede Politikerin bzw. jeder Politiker Bescheid, wo sie der Schuh drückt und welche Maßnahmen geeignet sind, ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben im Alter zu führen.
Wie dringend notwendig die Einrichtung eines unabhängigen Seniorenbeauftragten sei, habe erst unlängst die Einführung des Deutschlandtickets gezeigt. Weder die bayerische Seniorenministerin noch der Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung haben es der Mühe wert gefunden, den Bundesverkehrsminister darauf hinzuweisen, dass laut einer repräsentativen Erhebung nur 13 % der über 65jährigen in der Lage sind, einfach Behördengänge online zu erledigen und damit die Möglichkeit des Erwerbs des digitalen Deutschlandtickets altersdiskriminierend ist. Auch der auf Initiative der bayerischen Seniorenministerin Ulrike Scharf vom Bayerischen Landtag ins Leben gerufene Landesseniorenrat ist de facto kein unabhängiges Gremium, sondern lediglich ein Annex der zuständigen Fachabteilung im Sozialministerium.
Falls die Landespolitik die ältere Generation, die diesen Staat mit aufgebaut hat, weiterhin mit Sonntagsreden abspeisen will und dann, wenn es um konkrete Forderungen geht, sehr kleinlaut wird, bleibt uns Älteren nur die Möglichkeit, uns politisch zu engagieren, aber nicht in einer der etablierten Parteien, sondern in einer politischen Vereinigung, in der wir Ältere das Sagen haben. „Gott sei Dank haben wir in Bayern insoweit ein sehr fortschrittliches Kommunalwahlrecht, das diese Möglichkeit eröffnet“, so Franz Wölfl abschließend.

