Airfryer kaufen: Worauf es bei der Auswahl ankommt
TÜV SÜD erklärt, welche Kriterien bei Heißluftfritteusen wichtig sind – von Fassungsvermögen und Reinigung bis zu Stromverbrauch und Sicherheit
Pommes und Gemüse rösten, Brötchen aufbacken oder kleinere Gerichte zubereiten: Airfryer haben sich für viele Anwendungen in der Küche etabliert. Das Angebot unterscheidet sich jedoch deutlich bei Bauform, Fassungsvermögen und Ausstattung. Wer eine Heißluftfritteuse kaufen möchte, sollte deshalb zunächst überlegen, wie und wofür das Gerät im Alltag genutzt werden soll. Welche weiteren Kriterien bei der Auswahl eine Rolle spielen, erklärt Christian Kästl, Technical Manager bei TÜV SÜD.
Ein Korb, zwei Garzonen oder Backofen-Bauform?
Für kleinere Mengen und einzelne Speisen reicht häufig ein Airfryer mit einem Garkorb aus. Modelle mit zwei Garräumen eignen sich, wenn unterschiedliche Lebensmittel parallel zubereitet werden sollen. Für beide Bereiche lassen sich je nach Gerät eigene Temperaturen und Garzeiten einstellen. Einige Modelle können zudem so gesteuert werden, dass beide Gerichte gleichzeitig fertig sind.
„Bei Doppelkammer-Geräten ist außerdem interessant, ob sich die Garzonen unabhängig voneinander betreiben lassen. Wer gelegentlich eine kleine Portion benötigt, kann dann gezielt nur einen Bereich nutzen“, erklärt Kästl.
Daneben gibt es Airfryer mit Klapptür und mehreren Einschubebenen, die ähnlich wie kompakte Backöfen aufgebaut sind. Darin lassen sich Speisen sogar auf mehreren Ebenen gleichzeitig zubereiten.
Platzbedarf und Geräuschentwicklung berücksichtigen
Die Bauform beeinflusst auch den benötigten Stellplatz. Heißluftfritteusen mit Doppelkammer sind oft breiter, während Modelle mit Klapptür ausreichend Platz zum Öffnen benötigen. Die Außenmaße sollten deshalb zur verfügbaren Fläche auf der Arbeitsplatte passen.
Wichtig ist außerdem genügend Freiraum, um die Garkörbe vollständig herausziehen und die in der Bedienungsanleitung angegebenen Mindestabstände für die Belüftung einhalten zu können. Das Gerät sollte auf einer stabilen, hitzebeständigen und ebenen Fläche stehen.
Da ein Ventilator die heiße Luft im Garraum bewegt, entsteht während des Betriebs ein hörbares Geräusch. Gerade bei regelmäßiger Nutzung oder in offenen Wohnküchen kann die Lautstärke ein relevantes Auswahlkriterium sein. Sofern Hersteller entsprechende Angaben machen, können diese beim Vergleich helfen.
Fassungsvermögen richtig einschätzen
Hersteller geben das Fassungsvermögen meist in Litern an. Aussagekräftig wird dieser Wert jedoch erst, wenn auch die Form und die tatsächlich nutzbare Fläche des Garraums berücksichtigt werden. Damit die heiße Luft die Lebensmittel möglichst gleichmäßig erreicht, muss genügend Raum für die Luftzirkulation bleiben.
Als Orientierung dienen die vom Hersteller empfohlenen Höchstmengen. Ein zu voll beladener Korb kann die Luftzirkulation beeinträchtigen und zu einem weniger gleichmäßigen Garergebnis führen.
Bei Doppelkammer-Geräten lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Größe der einzelnen Garzonen: Das angegebene Gesamtvolumen verteilt sich auf beide Kammern. Wer größere Lebensmittel am Stück zubereiten möchte, braucht ausreichend Platz in einer einzelnen Garzone.
Flexible Einstellungen für unterschiedliche Gerichte
Viele aktuelle Airfryer bieten voreingestellte Programme für Pommes, Gemüse, Fleisch oder Backwaren. Diese geben Zeit und Temperatur automatisch vor und erleichtern die Auswahl der passenden Einstellungen.
Für unterschiedliche Gerichte sind darüber hinaus manuelle Einstellmöglichkeiten für Zeit und Temperatur sinnvoll. Auch der verfügbare Temperaturbereich spielt eine Rolle, denn je nach Modell reicht der Einsatzbereich vom Erwärmen und Aufbacken bis zum Garen und Rösten.
„Ebenso praktisch ist es, wenn sich Garzeit und Temperatur während der Zubereitung noch anpassen lassen. So kann man bei Bedarf auf den Gar- oder Bräunungsgrad reagieren, ohne den Vorgang komplett neu einstellen zu müssen“, so Kästl.
Auf leichte Reinigung und Ersatzteile achten
Eine Antihaftbeschichtung kann verhindern, dass Speisen stark anhaften, und die Reinigung erleichtern. Wie aufwendig das Säubern ist, hängt auch von der Bauweise des Garkorbs und der Einsätze ab.
Kästl rät: „Je weniger schwer zugängliche Kanten, Zwischenräume und fest verbaute Einsätze vorhanden sind, desto einfacher lässt sich der Airfryer säubern.“ Die Bedienungsanleitung informiert darüber, welche Teile spülmaschinengeeignet sind und wie das Hauptgerät gepflegt werden sollte.
Für eine längere Lebensdauer ist es außerdem von Vorteil, wenn sich stark beanspruchte Teile wie Garkorb oder Einsätze bei Bedarf nachkaufen lassen.
Was den Stromverbrauch beeinflusst
Bei kleineren Mengen kann eine Heißluftfritteuse gegenüber einem Backofen energieeffizienter sein. Da ein kleinerer Garraum aufgeheizt werden muss, kann die gewünschte Gartemperatur schneller erreicht werden. Der tatsächliche Energieverbrauch unterscheidet sich jedoch je nach Modell und Nutzung.
„Wie hoch er tatsächlich ausfällt, hängt von der Leistungsaufnahme, der Betriebsdauer, der Füllmenge und dem jeweiligen Zubereitungsprogramm ab“, betont Christian Kästl.
Sicherheit und geprüfte Qualität
Unabhängige Prüfzeichen können bei der Kaufentscheidung Orientierung bieten. TÜV SÜD prüft und zertifiziert beispielsweise auch elektrische Küchenkleingeräte wie Heißluftfritteusen. Das freiwillige GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“ bestätigt unter anderem, dass ein verwendungsfertiges Produkt die Anforderungen des deutschen Produktsicherheitsgesetzes erfüllt.
Unabhängig vom Prüfzeichen hängt die Sicherheit auch von der richtigen Nutzung ab. Deshalb sollte die Bedienungsanleitung vor der ersten Inbetriebnahme gelesen werden. Die dort genannten Hinweise zu Aufstellung, Füllmenge, Reinigung und Betrieb sind zu beachten.

