AvD lehnt Tempolimit auf Autobahnen ab
Automobilclub fordert härteres Vorgehen gegen Drängler und gefährliches Fahrverhalten
Ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen würde nach Auffassung des Automobilclubs von Deutschland (AvD) die Verkehrssicherheit nicht entscheidend verbessern. Stattdessen sieht der Verband in der konsequenten Ahndung von Drängeln, zu geringen Sicherheitsabständen und anderem gefährlichen Fahrverhalten einen zielgerichteteren Ansatz.
AvD-Präsident Lutz Leif Linden verweist darauf, dass Autobahnen trotz fehlenden generellen Tempolimits zu den sichersten Straßen in Deutschland zählen. Nach Angaben des Verbands ereignen sich lediglich 6,2 Prozent der Unfälle mit Personenschäden auf Autobahnen. Der weitaus größere Anteil entfällt auf Straßen innerorts (69,3 Prozent) sowie auf Landstraßen (24,4 Prozent). Zudem bewege sich der Großteil der Autofahrer ohnehin im Geschwindigkeitsbereich zwischen 120 und 140 km/h.
Entscheidend für die Verkehrssicherheit sei nicht allein die gefahrene Geschwindigkeit, sondern eine an die jeweilige Verkehrssituation angepasste Fahrweise. Als Hauptursachen schwerer Unfälle nennt der AvD Ablenkung, Unachtsamkeit, zu geringe Sicherheitsabstände, riskante Spurwechsel sowie unangepasstes Fahren bei dichtem Verkehr oder schwierigen Witterungsverhältnissen. Auch Baustellen gelten aus Sicht des Automobilclubs als besonders unfallträchtige Bereiche.
Der AvD spricht sich deshalb für eine stärkere Verkehrsüberwachung aus, insbesondere an sensiblen und unfallträchtigen Stellen, sowie für ein konsequentes Vorgehen gegen Drängler und Abstandssünder. Moderne Fahrerassistenzsysteme könnten zusätzlich dazu beitragen, schwere Unfälle zu vermeiden.
Quelle: auto motor und sport, Beitrag von Stefan Cerchez. Eigene redaktionelle Zusammenfassung.

