Hohe Kosten beim Friedrichsforum in Bayreuth
Sanierung der ehemaligen Stadthalle wird zum Millionengrab
Bayreuth. Die Sanierung und der Umbau der früheren Stadthalle zum neuen Kultur- und Veranstaltungszentrum „Friedrichsforum“ entwickeln sich zunehmend zu einem finanziellen Kraftakt. Während die Stadt im Jahr 2016 noch von rund 56 Millionen Euro Gesamtkosten ausging, liegen die aktuellen Prognosen inzwischen bei etwa 110 Millionen Euro – und damit nahezu beim Doppelten der ursprünglichen Planung.
Massive Preissteigerungen und gravierende Bausubstanzprobleme
Nach Angaben der Stadt Bayreuth haben mehrere Faktoren zu der erheblichen Kostensteigerung beigetragen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Folgen globaler Krisen: Lieferengpässe, Materialknappheit, gestiegene Bau- und Rohstoffpreise sowie eine angespannte Personalsituation im Baugewerbe haben das Projekt deutlich verteuert.
Hinzu kommt, dass sich die Bestandsbausubstanz deutlich schlechter darstellte als nach den Voruntersuchungen erwartet. Notwendige statische Ertüchtigungen – etwa die Unterfangung fehlender Fundamente, aufwendige Risssanierungen am Bühnenturm oder Korrekturen am Rohbau – verursachten zusätzliche Mehrkosten.
Zudem wurden während der Bauarbeiten Quecksilberbelastungen im Innenputz des dreigeschossigen Foyers festgestellt. Auch fehlende oder unzureichende Abdichtungen machten nachträgliche Abdichtungsmaßnahmen an Außenwänden erforderlich. Wiederholte europaweite Ausschreibungen, ausbleibende oder überhöhte Angebote und Verzögerungen in der Fachplanung führten ebenfalls zu Verzögerungen und damit zu weiteren Kostensteigerungen.
Mehr Ausstattung für den späteren Spielbetrieb
Für einen sicheren und multifunktionalen Betrieb des neuen Kulturzentrums wurden im Planungsverlauf zusätzliche Elemente ergänzt. Dazu gehören unter anderem eine Drehscheibe und eine Teleskopbühne im Großen Saal sowie erweiterte elektrische Leitungsanlagen, zusätzliche Anschlusspunkte und weitere Sicherheitstechnik wie zusätzliche Paniktaster. Diese Anpassungen erhöhten die Ausgaben zusätzlich.
Verlängerte Bauzeit treibt Kosten weiter nach oben
Ein weiterer Kostentreiber ist die Bauzeitverlängerung. Für zeitabhängige Leistungen wie Baustelleneinrichtung, Personal, Geräte sowie für Bauüberwachung, Fachbauleitung, Projektsteuerung, Brandschutzbegleitung und Rechtsberatung fallen über einen längeren Zeitraum als geplant Ausgaben an. Zusätzliche Schutzabdeckungen, Gerüststellungen, Malerarbeiten und Reinigungsmaßnahmen im Zuge geänderter Bauabläufe verstärken diesen Effekt.
Nach aktuellem Stand rechnet die Stadt Bayreuth mit Gesamtkosten von rund 110 Millionen Euro. Dabei sind laut Stadtverwaltung noch nicht alle Kostenpositionen aus Bauzeitverlängerungen endgültig abgerechnet – weitere Anpassungen der Gesamtsumme sind daher nicht ausgeschlossen.
Eröffnung für 2026 geplant
Trotz der erheblichen Mehrkosten hält die Stadt an dem Projekt fest. Das Friedrichsforum soll im Jahr 2026 an die Bürgerinnen und Bürger übergeben werden und künftig als zentrales Kultur- und Veranstaltungszentrum die Bayreuther Kulturlandschaft dauerhaft stärken.
Quelle: Bund der Steuerzahler


