Studie: Führungskräfte fördern lieber Ja-Sager als Kritiker

Mitarbeiter, die Probleme ansprechen oder Kritik üben, leisten einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Dennoch zeigen zwei neue Studien unter Beteiligung von Bradley Kirkman von der North Carolina State University: Führungskräfte bevorzugen häufig Ja-Sager – auch wenn diese dem Unternehmen weniger nutzen.
Kritische Stimmen bringen Innovation – bleiben aber unbeliebt
Mitarbeiter, die Bedenken äußern oder den Status quo infrage stellen, gelten als innovativ, verantwortungsbereit und wissensfreudig. Dennoch genießen sie bei Führungskräften geringeres Ansehen als Kollegen, die unterstützend auftreten. Kirkman wollte herausfinden, warum kritische Stimmen oft ignoriert werden, obwohl sie dem Unternehmen guttun.
Studien zeigen klare Tendenz
Für die erste Studie befragte das Forschungsteam 143 Führungskräfte und 266 Mitarbeitende aus verschiedenen Branchen in China. Über sechs Wochen wurden drei Fragebögen zur gegenseitigen Wahrnehmung ausgefüllt.
Die zweite Studie umfasste 528 US-amerikanische Teilnehmer, die in die Rolle von Führungskräften schlüpften. Sie mussten entscheiden, wie sie fiktive Mitarbeiter behandeln würden – entweder als „Kritiker“ oder als „Ja-Sager“.
Ja-Sager erhalten häufiger Beförderungen
In beiden Studien zeigte sich: Mitarbeiter mit kritischer Stimme wurden seltener befördert. Führungskräfte sahen sie als potenzielle Bedrohung für die eigene Position. Unterstützende Äußerungen hingegen wurden als Zeichen für Loyalität und Zielübereinstimmung gewertet.
Hilfsbereitschaft entschärft Kritik
Interessanter Befund: Wenn kritische Mitarbeiter gleichzeitig ein hohes Maß an Hilfsbereitschaft zeigten, fühlten sich Führungskräfte nicht bedroht. Wer etwa in Stresssituationen aktiv unterstützt, kann also Kritik äußern, ohne negativ wahrgenommen zu werden.
Fazit
Kritisches Denken bleibt ein wichtiger Erfolgsfaktor – wird aber von Vorgesetzten nur dann akzeptiert, wenn es mit Teamgeist und Einsatzbereitschaft einhergeht. Unternehmen sollten daher Strukturen fördern, die konstruktive Kritik ermöglichen, ohne dass Mitarbeitende Nachteile befürchten müssen.
Quelle: Pressetext

