Gesundheit & Medizin

BfR aktualisiert Bewertung zu Energydrinks

Kinder und Jugendliche gelten bei sehr hohem Konsum als besondere Risikogruppe

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat seine wissenschaftliche Bewertung zu Energydrinks aktualisiert. Im Mittelpunkt stehen mögliche gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Dabei unterscheidet das BfR zwischen kurzfristigen (akuten) Effekten sowie möglichen Folgen eines regelmäßigen, langfristigen (chronischen) Konsums – jeweils bei moderaten und hohen Verzehrmengen.

Moderate Mengen gelten als unkritisch

Nach der aktuellen Bewertung sind bei gesunden Erwachsenen nach einem moderaten Konsum – entsprechend einer Koffein-Einzeldosis von bis zu 200 Milligramm – keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Auch für gesunde Kinder und Jugendliche gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand keine Hinweise auf gesundheitliche Risiken, sofern die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als unbedenklich eingestufte Koffeinaufnahme von bis zu drei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschritten wird.

Hoher Konsum kann Beschwerden auslösen

Anders fällt die Bewertung bei einem hohen Konsum aus. Bei Erwachsenen wurden unter anderem Herzrasen, Herzklopfen, Kurzatmigkeit, starke Übelkeit, Nervosität und Angstzustände beobachtet. Teilweise zeigten Studien auch Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG). Für Kinder und Jugendliche existieren aus ethischen Gründen keine vergleichbaren Untersuchungen. Das BfR geht jedoch davon aus, dass ähnliche Reaktionen möglich sind – insbesondere, weil viele junge Menschen weniger an Koffein gewöhnt sind.

Verzehrsdaten zeigen zudem, dass einzelne Jugendliche innerhalb eines Tages bis zu vier Liter Energydrinks konsumieren. Das BfR stuft Kinder und Jugendliche deshalb als besondere Risikogruppe für gesundheitliche Beeinträchtigungen durch einen sehr hohen Konsum ein.

Langfristige Auswirkungen noch nicht ausreichend erforscht

Zum regelmäßigen, moderaten Konsum über einen längeren Zeitraum liegen bislang kaum wissenschaftliche Untersuchungen vor. Nach der derzeitigen Datenlage gibt es keine Hinweise auf gesundheitliche Beeinträchtigungen, solange die empfohlene tägliche Koffeinaufnahme eingehalten wird.

Für einen dauerhaft hohen Konsum sind die Daten ebenfalls begrenzt. In einer Langzeitstudie wurden zwar keine nachteiligen Veränderungen bestimmter Herzparameter festgestellt. Allerdings berichtete nahezu die Hälfte der teilnehmenden Jugendlichen über Beschwerden wie Herzrasen, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen. Ob daraus langfristige gesundheitliche Folgen entstehen können, ist bislang wissenschaftlich nicht geklärt.


Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Stellungnahme zu Energydrinks. Eigene redaktionelle Zusammenfassung.

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