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Kernkraftwerk Isar: Letzte Abbaugenehmigung für Isar 2 erteilt

Rückbau soll bis 2040 abgeschlossen sein – neue Nutzungen für den Standort werden geprüft

Bild: Teilnehmer der Podiumsdiskussion (v.l.n.r.) Dr. Guido Knott (PEL), Dr. Cyril Stephanos (acatech), Annalena Göttl (Niederbayern TV), Alfred Holzner (Landrat), Carsten Müller (PEL, KKI)

Kernkraftwerk Isar: Rückbau kommt sichtbar voran, Entwicklung des Standorts weiterhin im Fokus

Im Rahmen der Veranstaltung „KKI im Dialog“ informierte PreussenElektra (PEL) am Mittwochabend Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kommunen, Behörden und der Region über den aktuellen Rückbaufortschritt in beiden Kraftwerksblöcken sowie über die Pläne für die weitere Standortentwicklung. Anschließend folgte ein Gastvortrag von Dr. Cyril Stephanos, Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, zum Thema Kernfusion in Deutschland.

Zu Beginn des Abends stellte Standortleiter Carsten Müller Rückbaumeilensteine von Isar 1 und Isar 2 vor: Im Block 1 ist die Demontage des Lager- und des Abstellbeckens weit fortgeschritten. Mit dem baldigen Abschluss der Arbeiten am Biologischem Schild und am Sicherheitsbehälter rücken die Gebäudedekontamination und -freigabe zunehmend in den Mittelpunkt. Im Block 2 laufen derzeit unter anderem die Zerlegung der Reaktordruckbehältereinbauten und die letzten vorbereitenden Arbeiten für die Demontage der Dampferzeuger. Für die nächsten zentralen Rückbauschritte liegt nun auch die rechtliche Grundlage vor: PEL hat heute die zweite und damit letzte Abbaugenehmigung für Isar 2 erhalten. Sie umfasst insbesondere den Abbau des Reaktordruckbehälters sowie des ihn umgebenden Biologischen Schildes und schafft damit die rechtlichen Voraussetzungen für die weiteren zentralen Rückbauschritte. Ziel bleibt es, den Rückbau am Standort gemeinsam mit den Partnerfirmen bis 2040 abzuschließen.

„Der Rückbau am Standort Isar kommt sichtbar voran. Dahinter stehen anspruchsvolle technische Projekte und vor allem die große Leistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Partnerfirmen“, sagte Müller. „Gleichzeitig schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass dieser hervorragend erschlossene Standort auch künftig einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung und zur Wertschöpfung in der Region leisten kann.“

Eine zentrale Rolle in der weiteren Rückbauplanung spielt das Reststoffbearbeitungszentrum ZEBRA im Block 1. PEL strebt an, die vorhandene Infrastruktur und die Expertise der Mitarbeiter vor Ort auch für die Bearbeitung von Reststoffen anderer Unternehmensstandorte zu nutzen. Damit können bewährte Prozesse effizient eingesetzt sowie Fachwissen, Arbeitsplätze und Kaufkraft in der Region erhalten werden. Für die Bearbeitung der Reststoffe gelten die gleichen hohen Sicherheitsanforderungen wie für Materialien aus dem Kernkraftwerk Isar. Die Stoffströme werden klar getrennt: Nicht verwertbare Materialien sollen grundsätzlich wieder an ihre Herkunftsstandorte zurückgeführt werden, sofern sich keine anderen geeigneten Entsorgungswege ergeben.

Dr. Guido Knott, Vorsitzender der PEL-Geschäftsführung, ordnete die Entwicklung in die unternehmensweite Rückbaustrategie ein. „Wir haben in der gesamten Kraftwerksflotte die Halbzeit im Rückbau erreicht. Jetzt kommt es darauf an, Verfahren an das kontinuierlich sinkende Gefährdungspotenzial der Anlagen anzupassen und die vorhandenen Fachkräfte dort einzusetzen, wo sie für die Sicherheit und den Rückbaufortschritt am dringendsten gebraucht werden“, erklärte Knott. Dabei bleibe die Sicherheit der Beschäftigten, der Bevölkerung und der Umwelt uneingeschränkt oberstes Gebot.

Zugleich richtet PEL den Blick über den Rückbau hinaus. Die ehemaligen Kraftwerksstandorte verfügen über attraktive Industrieflächen und leistungsfähige Infrastruktur – darunter Netzanschlüsse, Wasser- und Kühlmöglichkeiten sowie gute Verkehrsanbindungen. Für den Standort Isar werden deshalb verschiedene Zukunftsoptionen geprüft. Dazu zählen unter anderem Batteriespeicher, Rechenzentren und langfristig auch Projekte im Bereich der Kernfusion.

Erste konkrete Schritte sind bereits sichtbar: Auf dem ehemaligen Gelände des Kernkraftwerks Niederaichbach direkt neben dem KKI haben vor kurzem die vorbereitenden Arbeiten für den Batteriespeicher FlexIsar – ein Gemeinschaftsprojekt mit Bayernwerk Natur – begonnen. Die Anlage wird über eine Leistung von 52 Megawatt und eine Speicherkapazität von 121 Megawattstunden verfügen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant.

„Wir schließen nicht einfach ein Kapitel, sondern schlagen ein neues auf“, betonte Knott. „Unser Ziel ist es, aus den heutigen Kraftwerksstandorten Zukunftsstandorte zu entwickeln – mit neuer Wertschöpfung und Perspektiven für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Regionen.“

Für Knott war es zugleich der letzte Auftritt bei „KKI im Dialog“ als Vorsitzender der Geschäftsführung. Zum Jahreswechsel tritt er nach mehr als elf Jahren an der Spitze der PreussenElektra in den Ruhestand. Er dankte den Gästen für die langjährige vertrauensvolle Begleitung des Standorts und den offenen Austausch – ein Grundprinzip, das PEL auch in den kommenden Jahren fortführen will.

An die Vorträge schloss sich eine moderierte Gesprächsrunde mit Dr. Cyril Stephanos, Dr. Guido Knott, Carsten Müller und Landrat Alfred Holzner an. Im Mittelpunkt standen hierbei der Rückbau, die Zukunft kerntechnischer Standorte und die Frage, welche Rolle neue Technologien wie die Kernfusion künftig in Deutschland spielen können.

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