Bayern modernisiert Landarztprämie: Höhere Förderung und neue Anreize für den ländlichen Raum
Bis zu 150.000 Euro Unterstützung sowie neue Mobilitäts- und Teamprämien beschlossen
München. Die Bayerische Staatsregierung hat im Ministerrat eine Weiterentwicklung der Landarztprämie beschlossen und setzt zugleich auf umfangreiche Investitionen in die ambulante medizinische Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen. Ziel ist es, die Versorgung gezielt zu stärken und passgenau auf bestehende Bedarfe auszurichten.
Seit 2012 wurden im Rahmen der Landarztprämie in Bayern mehr als 1.500 Haus- und Fachärztinnen und -ärzte gefördert. Insgesamt belief sich das Fördervolumen auf rund 63 Millionen Euro. Darüber hinaus stellte der Freistaat für Programme entlang der medizinischen Ausbildung bislang mehr als 100 Millionen Euro bereit, um zusätzliche Anreize für eine Tätigkeit außerhalb der Ballungsräume zu schaffen.
Ausbau der Fördermöglichkeiten
In Gebieten mit besonderem Versorgungsbedarf sollen künftig deutlich höhere Förderbeträge möglich sein. Die Landarztprämie kann dabei bis zu 60.000 Euro erreichen. Ergänzend sind Zuschüsse der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns von bis zu 90.000 Euro vorgesehen. In Summe kann eine Niederlassung somit mit bis zu 150.000 Euro unterstützt werden. Gleichzeitig wird die Förderung flexibler ausgestaltet: Mehrfachvergaben an denselben Antragsteller sollen zusätzliche Versorgungsangebote ermöglichen und die Struktur vor Ort verbessern.
Neue Förderinstrumente
Neu eingeführt wird eine Mobilitätsprämie in Höhe von einmalig 10.000 Euro. Sie dient der Unterstützung mobiler nicht-ärztlicher Fachkräfte in Haus- und Kinderarztpraxen, etwa durch Investitionen in Fahrzeuge oder telemedizinische Ausstattung. Ergänzend wird eine sogenannte Team-Up-Prämie von 2.000 Euro gewährt, um Zusatzqualifikationen von Medizinischen Fachangestellten zu fördern und die Versorgung weiter zu stärken.
Nachwuchs und Ausbildung im Fokus
Zur Gewinnung von medizinischem Nachwuchs setzt Bayern auf mehrere Programme. Seit 2012 wurden im Rahmen eines Stipendienprogramms über 300 Medizinstudierende mit insgesamt rund 21,5 Millionen Euro unterstützt. Zudem werden seit 2025 Studierende an ausgewählten Hochschulen im EU-Ausland gefördert; aktuell profitieren 23 Stipendiaten mit bis zu 10.000 Euro pro Semester.
Ein weiterer Baustein ist die Landarztquote: Acht Prozent der Medizinstudienplätze sind für Studierende reserviert, die sich verpflichten, später mindestens zehn Jahre in unterversorgten Regionen tätig zu sein. Mehr als 700 Studierende haben dieses Angebot seit 2020 genutzt.
Auch Kommunen werden einbezogen: Über die Kommunalförderrichtlinie unterstützt der Freistaat unter anderem den Aufbau medizinischer Versorgungszentren sowie begleitende Maßnahmen wie Mobilitätsangebote oder Imagekampagnen. Dafür wurden bislang über 16 Millionen Euro bereitgestellt.
Entwicklung zeigt Wirkung – Herausforderungen bleiben
Die Zahl der unbesetzten Arztsitze konnte innerhalb eines Jahres von 603 auf 446 reduziert werden. Gleichzeitig bleibt der Handlungsbedarf angesichts des demografischen Wandels hoch, da viele Ärztinnen und Ärzte in den kommenden Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden und der Versorgungsbedarf weiter steigt.
Vor diesem Hintergrund werden bestehende Förderinstrumente weiterentwickelt. Zudem setzt sich der Freistaat auf Bundesebene dafür ein, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns mehr Handlungsspielraum zu ermöglichen.
Quelle: Bericht aus der Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung vom 21. April 2026 (Bayerische Staatskanzlei). Eigene redaktionelle Zusammenfassung.

