Gesundheit & MedizinPolitik

„Fairer Wettbewerb nicht mehr möglich“

MdB Oßner: Anpassungen für Apotheken sind dringend notwendig

Apothekerin Sandra Mildner (links) zeigt Bundestagsabgeordneten Florian Oßner ihren modernen Verkaufsraum in Vilsbiburg. Foto: Maria Rohrmeier.

Im Zuge der deutschlandweiten Apothekenproteste hat die St.
Josef-Apotheke in Vilsbiburg unter der Inhaberin Sandra Mildner
den Bundestagsabgeordneten Florian Oßner (CSU) eingeladen,
um über die aktuellen Herausforderungen der Apotheken zu
informieren.
Moderne Ausstattung
Bei dem Rundgang durch die Apotheke konnte der Abgeordnete
feststellen, wie hochmodern eine Apotheke mittlerweile
ausgestattet sein muss, um alle Anforderungen zu erfüllen und
auf dem Markt bestehen zu können. Neben einem
vollautomatisierten Hochregallager für 10.000 Medikamente und
einer auch im Notfall jederzeit gewährleisteten Kühlung ist vor
allem der Server mittlerweile unverzichtbar. „Um E-Rezepte
bearbeiten zu können, mussten wir aufrüsten. Auch die
vollautomatische Überwachung der gesamten Apotheke – von
der Temperatur bis zum Lagerbestand – übernimmt mittlerweile
die Technik“, erklärte Apothekerin Mildner.

Vollversorger im Wettbewerbsnachteil
Im Gegensatz zu Versandapotheken müssen Vor-Ort-Apotheken
zahlreiche Auflagen erfüllen. Dazu zählen die
Temperaturüberwachung, die Notfallbevorratung sowie das
Anrühren individueller Medikamente und Salben. „Wir sind im
Gegensatz zur Online-Apotheke ein Vollversorger. Im Notfall ist
alles verfügbar, und auch individuelle sowie teure Medikamente
werden bereitgestellt. Versandapotheken leisten dies aus
wirtschaftlichen Gründen nicht“, so Mildner. Oft sind gerade
diese wichtigen Leistungen für die Apotheken ein
Minusgeschäft. Gleichzeitig dürfen sie keine Rabatte auf
verschreibungspflichtige Medikamente gewähren, wie es
Versandapotheken tun. Aktuell wäre dies auch nicht leistbar.
Damit sei ein fairer Wettbewerb laut Mildner nicht mehr
möglich.

Honorarerhöhung
Sandra Mildner und ihre Kollegen in Deutschland fordern ein
höheres Honorar. Seit 13 Jahren ist das Fixum konstant
geblieben, während viele Kosten, etwa für Personal oder Energie,
gestiegen sind. Zudem fordert Mildner fairere
Wettbewerbsbedingungen und weniger Regularien. Sie betonte,
dass sich Apotheker als „Heilberufler“ verstehen und daher das
Wohl der Menschen im Blick haben. Viele Auflagen hinderten
sie jedoch daran, schnell Hilfe leisten zu können, da sie
beispielsweise keine Zecken entfernen dürften oder
Beratungsleistungen nicht abrechenbar seien.

Apotheken in der Fläche erhalten
Oßner als haushaltspolitischer Sprecher der CSU dankte für den
tiefen Einblick in die abwechslungsreiche Arbeit einer
Apothekerin. Die Zahlen sind alarmierend. Im letzten Jahr haben
erneut über 500 Apotheken in Deutschland geschlossen. „Für
eine stabile Gesundheitsversorgung sind sie jedoch
unverzichtbar. Daher werden eine Honorarerhöhung und eine
Anpassung der Regularien für Vor-Ort-Apotheken und
Versandapotheken dringend notwendig. Wir wollen die
Apotheke vor Ort erhalten, gerade auch für gleichwertige
Lebensverhältnisse in ländlichen Gebieten“, so der
Heimatabgeordnete Oßner

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