Gesundheit & MedizinTechnikVeranstaltung

„Es ist nicht egal, wie wir geboren werden“

Hebammenkreißsaal im LAKUMED Krankenhaus Vilsbiburg: Vortrag zur Eröffnung lockt zahlreiche Fachkräfte

Der Fachvortrag zum Hebammenkreißsaal im LAKUMED Krankenhaus Vilsbiburg erfuhr großen Zuspruch von Fachärzten und Hebammen anderer Häuser.

Landkreis Landshut – Auch während des Vortrags zum neuen Hebammenkreißsaal im LAKUMED Krankenhaus Vilsbiburg ruht die enge und familiäre 1zu1-Betreuung nicht. So wurde während der Veranstaltung zur fachlichen Vorstellung des neuen Konzepts die diensthabende Hebamme und der kommissarische ärztliche Leiter der Frauenklinik, Anatoly Abashin, abgerufen, um eine von mittlerweile mehr als 400 jährlichen Geburten am Standort Vilsbiburg zu begleiten.

Chefarzt Dr. Raimund Busley, Ärztlicher Direktor am LAKUMED Klinikum Vilsbiburg, sprach über das wertschätzende Verhältnis zwischen Ärzten und Hebammen. Foto: Daniela Lohmayer / LAKUMED Kliniken

Dabei stand die Geburtshilfe in Vilsbiburg vor fünf Jahren noch vor der Perspektivlosigkeit. Lediglich rund 200 Geburten pro Jahr ließen das wirtschaftliche Defizit deutlich in die Höhe schnellen. „Doch die Hebammensprecherinnen haben angepackt und mit dem engagierten geburtshilflichen Team die Zahl entgegen des bayerischen Trends mehr als verdoppelt. Gleichzeitig arbeiten sie seit 2019 am Projekt Hebammenkreißsaal, das nun Realität wird“, sprach Jakob Fuchs, Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der LAKUMED Kliniken, den Hebammensprecherinnen und ihrem Team ein großes Lob aus.

: Bürgermeisterin Sibylle Entwistle zeigte sich stolz ob der neuen Entscheidungsmöglichkeit für werdende Eltern in Vilsbiburg.
Foto: Daniela Lohmayer / LAKUMED Kliniken

Die bereits eingegangenen Geburtsanmeldungen und außerordentlich gut besuchte Infoabende zeigen indes, dass das Konzept des Hebammenkreißsaals auch bei werdenden Eltern großes Interesse weckt. Doch auch das Fachpublikum betrachtet das Projekt, welches zum 5. Mai diesen Jahres offiziell startete, mit Spannung. So wohnten dem Fachvortrag der beiden Hebammensprecherinnen am LAKUMED Krankenhaus Vilsbiburg, Sonja Danner und Antonia von Soden, viele Fachkräfte aus anderen Häusern, freiberufliche Hebammen, sowie einige niedergelassene Gynäkologen und Kinderärzte bei, die im Anschluss auch eingeladen waren, bei lockerem Austausch weitere Fragen zum Hebammenkreißsaal zu klären.

Hauptverantwortlich für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts sind die Hebammensprecherinnen Antonia von Soden und Sonja Danner (v.l.n.r.).
Foto: Daniela Lohmayer / LAKUMED Kliniken

„Möglich macht den Hebammenkreißsaal das enge Vertrauensverhältnis zwischen Hebammen und Ärzten an unserem Standort. Wir sind stolz, in Vilsbiburg den ersten Kreißsaal dieser Art in Niederbayern eröffnet zu haben“, bringt Chefarzt Dr. Raimund Busley, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Vilsbiburg, seine Wertschätzung zum Ausdruck. Das „Ja“ der Eltern zum Hebammenkreißsaal ist schließlich kein „Nein“ zum Arzt. Vielmehr entscheiden Hebammen und Ärzte nach eingehender Anamneseerhebung gemeinsam, ob eine Geburt rein hebammengeleitet durchgeführt werden kann oder nicht.

Jakob Fuchs, Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der LAKUMED Kliniken, sieht im Hebammenkreißsaal eine Bestätigung für die Notwendigkeit kleinerer Geburtshilfen.
Foto: Daniela Lohmayer / LAKUMED Kliniken

Entsprechend kommt eine Geburtseinleitung im Hebammenkreißsaal lediglich für Gebärende infrage, die ohne medizinische Risikofaktoren und nach unauffälligem Schwangerschaftsverlauf vorstellig werden. Sollten während der Geburt Komplikationen auftreten, kann in der Klinik jederzeit in eine interdisziplinäre Betreuung übergeleitet werden. Diese individuelle Entscheidungsfreiheit und die 1zu1-Betreuung im Hebammenkreißsaal bedeuten für werdende Mütter Ruhe und Sicherheit und führen selbst dann zu einer hohen Zufriedenheit mit dem Geburtserlebnis, wenn im Verlauf ärztliche Hilfe hinzugezogen werden muss. Das bestätigt auch Sibylle Entwistle, Bürgermeisterin der Stadt Vilsbiburg und Mitglied im LAKUMED Verwaltungsrat: „Als Kommunalpolitikerin begrüße ich diese einzigartige Einrichtung in unserer Stadt und als zweifache Mutter ist mir bewusst, wie viel Unbekanntes in der Schwangerschaft, vor, während und nach einer Geburt wartet. In dieser Unsicherheit sind die Hebammen da und schenken Zeit.“

Ebenso überbrachte Entwistle den Gruß von Landrat Peter Dreier, der das Projekt Hebammenkreißsaal seit 2019 politisch und als Vorsitzender des LAKUMED Verwaltungsrats stets unterstützte. Das Interesse am Hebammenkreißsaal in Vilsbiburg zeigt, dass die Hinterfragung kleiner Krankenhäuser und Geburtshilfen nicht dem entspricht, was sich werdende Eltern wünschen: Eine überschaubare und familiäre Atmosphäre – ob im altbewährten „interdisziplinären“ oder eben nun im Hebammengeleiteten Kreißsaal.

Die Geburtshilfe des LAKUMED Krankenhauses Vilsbiburg wird durch die Regierung von Oberfranken mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege gefördert.

Mehr anzeigen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"