Wirtschaft und Unternehmen

Auszeichnungen für Öko-Kleinprojekte im Landratsamt übergeben

Förderaufruf für 2027 läuft bereits – bis zu 10.000 Euro pro Vorhaben

Die Projektträger, deren Vorhaben als Öko-Kleinprojekte gefördert werden.

Kleine Projekte für große Vorhaben

Auszeichnungen für Öko-Kleinprojekte im Landratsamt übergeben

Sie laufen zwar unter dem Titel „Öko-Kleinprojekte“, wollen aber Großes Bewirken: Im Landratsamt Landshut sind Auszeichnungen für neun Projekte aus Stadt und Landkreis Landshut übergeben worden, die die Öko-Modellregion stärken sollen.

„Als Stadt und Landkreis freut es uns natürlich sehr, dass sich etwas bewegt und die Öko-Modellregion sich erfolgreich weiterentwickelt – im Großen, wie im Kleinen“, erklärten der stellvertretende Landrat Josef Reff und Landshuts 3. Bürgermeister Hans-Peter Summer in ihren Grußworten. Von der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen würden nicht nur die Betriebe und Initiativen profitieren, sondern auch die Allgemeinheit, zeigten sich die beiden überzeugt. Sie begrüßten die Projektträger und örtlichen Bürgermeister sowie die Öko-Modellregionsmanagerin Veronika Stanglmayr, die die Förderabwicklung begleitet hatte.

Zwölf Projektanfragen wurden fristgerecht eingereicht, neun Vorhaben konnten nach Prüfung der Bewertungskriterien vom Entscheidungsgremium berücksichtigt werden. Kreisrätin Renate Hanglberger, auch Mitglied des Auswahlgremiums für den Bereich der Erzeugung, stellte die einzelnen Projekte vor.

Förderung eines Kühlanhängers zur Vermarktung von Rindfleisch direkt zum Kunden

Gottfried Aigner aus Burghab (Gemeinde Velden) beabsichtigt, die schon vorhandene Vermarktung des hofeigenen Rindfleischs weiter auszudehnen. Dabei soll mit Hilfe des Kühlanhängers Fleisch vom Metzger direkt an die Endkunden, wie Küchen oder Restaurants, geliefert werden. Ziel dabei ist, die schon vorhandene Vermarktung weiter auszubauen und zu optimieren.

Ausstattung zur effizienten Verpackung der Fleischwaren

Carolin Widl aus Oberkühbach (Gemeinde Adlkofen) schafft einen Kolbenfüller an, um Hackfleisch automatisch vorzuportionieren, Wurstwaren selbst herzustellen (unabhängig vom Lohnmetzger) und optional Burgerpatties in gewünschter Größe bzw. Gewicht zu produzieren.

Außerdem wird eine größere Vakuummaschine angeschafft, die bis zu sechs Vakuumbeutel gleichzeitig versiegelt. Das reduziert Arbeits- und Stromaufwand im Vergleich zur bisherigen Einzel-Kammermaschine, ist für größere Mengen ausgelegt und bietet eine längere Lebensdauer. Mit den Geräten können die Widls der steigenden Nachfrage gerecht werden und künftig statt 24 bis zu 36 Rinder pro Jahr direkt vermarkten.

„BS 1 goes BIO“

Die Staatliche Berufsschule 1, Abteilung Gastronomie, hat am 12. März 2026 unter der Leitung von Helene Bösl einen Projekttag veranstaltet, um angehenden Köchen und Systemgastronomen den Einsatz regionaler Bio-Lebensmittel in Großküchen näherzubringen und Hemmungen abzubauen. Rund 150 Gäste waren eingeladen, darunter Gastronomen oder politische Vertreter. Beim Auftakt präsentierten rund zehn regionale Bio-Direktvermarkter ihre Betriebe. Die Schüler kochten ein 4-Gänge-Menü aus 100 % Bio-Zutaten (überwiegend regional) mit Schwerpunkt „Ganztierverwertung“.

Mobilstall für Bio-Legehennenhaltung

Mit dem Projekt „Mobiler Hühnerstall“ schafft Sebastian Piller aus Kumhausen eine ökologisch nachhaltige, ressourcenschonende und tiergerechte Legehennenhaltung zur Stärkung der regionalen Bio-Wertschöpfungskette. Durch flächenangepasste ökologische Standards ermöglicht der mobile Stall eine Intensivierung der eigenen Bio-Ei-Produktion, sodass ein größerer Anteil hochwertiger regionaler Bio-Lebensmittel erzeugt und in der Region angeboten werden kann.

Öffentlichkeitswirksam sichtbar auf verschiedenen Flächen, fördert das Projekt Bewusstseinsbildung durch Hofführungen, Social-Media-Updates und Bildungsangebote für Schulen.

Kühlanhänger für Lebensmitteltransport (vorrangig eigenes Rindfleisch)

Um kurze Transport- und Lieferwege weiter sicherstellen zu können, hat Josef Lang aus Rottenburg einen eigenen Kühlanhänger erworben, der dann mit weiteren, örtlichen Direktvermarktern zusammen genutzt wird. Weiterhin ist das bisherige Kühllager aufgerüstet und für das Abpacken des Fleisches beim Metzger Edelstahlgarnituren beschafft worden, um die Hygienevorschriften einzuhalten und den Abpackvorgang einfacher zu gestalten.

Abpackwaage für Mehlkleinpackungen

Durch das Abpacken von Bio-Mehlkleinpackungen schafft die Getreidemühle Sagberger aus Landshut Möglichkeiten, regionale Hofläden und den regionalen Einzelhandel zu beliefern. Die Abpackwaage unterstützt zudem den Ausbau der Bioprodukt-Palette im eigenen Mühlenladen.

Errichtung eines Selbstbedienungshäuschens und Anschaffung eines Freischneiders

Das Regionalkollektiv Landshut hat eine dauerhafte, wetterfeste Abholstation in einfacher Holzbauweise als Ersatz der provisorischen Kühltruhe errichtet. Das Abholhaus bietet eine geschützte, hygienische und übersichtliche Übergabe der Gemüsekisten.

Da die Abholstelle auf einer ökologisch wertvollen, extensiv genutzten Wiese liegt, wird zusätzlich ein akkubetriebener Freischneider angeschafft. Dieser ermöglicht schonende, punktuelle Pflege ohne Bodenverdichtung, erhält die Biodiversität und eignet sich auch für Hecken-, Wegerand- und Flächenpflege im Regionalkollektiv.

Gefrierschrank mit Glastür, Kühlschrank mit Glastür, Vakuumiergerät

Christian Mießlinger betreibt in Osterwind (Markt Pfeffenhausen) einen Biomilchbetrieb mit Rindermast und Bio-Schweinemast. 2025 wurde der Selbstbedienungs-Hofladen erneuert und die Direktvermarktung ausgeweitet: Um die Hofprodukte noch besser vermarkten zu können, beschafften die Mießlingers ein geeignetes Vakuumiergerät und einen Kühl- sowie Gefrierschrank mit Glasfront.

Holzbackofen für Bio-Backwaren

Auf dem Gelände des Biohofs von Johann Maier in der Gemeinde Postau ist ein freistehender Holzbackofen errichtet werden, in dem bis zu 20 Brote gleichzeitig gebacken werden können. Ziel ist, handwerklich hergestellte Bio-Brote und weitere Backwaren direkt vor Ort zu produzieren und im Hofverkauf anzubieten.

Durch die Verarbeitung von hofeigenem Bio-Getreide und Bio-Kartoffeln verbleibt ein großer Teil der Wertschöpfung in der Region und auf dem Betrieb. Das erweitert das Sortiment nachhaltig, verbessert die regionale Versorgung mit frischen, hochwertigen Backwaren und stärkt die regionale Bio-Wertschöpfungskette.

Darüber hinaus ist vorgesehen, den Ofen als gemeinschaftlichen „Dorfbackofen“ zu nutzen: Ortsansässige können eigene Brote backen, was Vernetzung, Wissenstransfer und den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft fördert.

Aus Mitteln des Amtes für Ländliche Entwicklung in Niederbayern können rund 50 Prozent der entstandenen Nettoausgaben des jeweiligen Vorhabens gefördert werden, begrenzt auf maximal 10 000 Euro. Die acht Projekte aus Stadt und Landkreis Landshut wurden mit insgesamt 50 000 Euro bedacht.

Der Förderaufruf für das kommende Jahr ist bereits gestartet, weitere Interessenten für die Förderung von Öko-Kleinprojekten können sich ab jetzt bewerben. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen und Antrags- und Auswahlverfahren sind unter https://oekomodellregionen.bayern/region-landshut zu finden. Als Ansprechpartnerin steht Veronika Stanglmayr unter regionalmanagement@landkreis-landshut.de oder Tel.: 08703 9073-1837 zur Verfügung.

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