Bayern stärkt Defense Tech und Schutz vor hybriden Angriffen
Der Freistaat setzt auf Verteidigungsindustrie, Raumfahrt, Start-ups sowie eine stärkere Spionage- und Cyberabwehr.
Die Bayerische Staatsregierung will den Freistaat sowohl technologisch als auch sicherheitspolitisch stärker auf hybride Bedrohungen und die veränderte internationale Sicherheitslage vorbereiten. Im Mittelpunkt stehen dabei der Ausbau der Verteidigungsindustrie, die Förderung von Defense-Tech-Unternehmen sowie eine verstärkte Spionage- und Cyberabwehr.
Nach Angaben der Staatsregierung ist Bayern bundesweit führend im Bereich Defense Tech und zählt zu den wichtigsten Standorten für Sicherheits- und Verteidigungstechnologien. Rund 200 Unternehmen mit etwa 50.000 Beschäftigten sind im Freistaat in diesem Bereich tätig. Besonders stark wächst der Bereich der Verteidigungs-Start-ups.
Unternehmen wie Helsing, Quantum Systems oder Tytan haben zuletzt hohe Investitionen erhalten. Über 90 Prozent der Scale-up-Investitionen im Bereich Defense Tech in Deutschland flossen zuletzt nach Bayern. Die Staatsregierung sieht darin eine wichtige Grundlage für Innovation, Wertschöpfung und technologische Souveränität.
Unterstützt werden Unternehmen unter anderem durch Vernetzungsangebote, Technologietransfer und Kooperationen mit anderen Industriezweigen.
Zugleich gewinnt die Raumfahrt aus Sicht des Freistaats zunehmend strategische Bedeutung. Raumfahrttechnologien seien unter anderem für Kommunikation, Navigation, Aufklärung und den Schutz kritischer Infrastruktur unverzichtbar. Bayern investiert deshalb weiterhin gezielt in Luft- und Raumfahrtforschung sowie entsprechende Hochschul- und Unternehmensstandorte.
Parallel dazu verstärkt der Freistaat seine Maßnahmen gegen hybride Angriffe. Hintergrund sind zunehmende Cyberangriffe, Spionageversuche, Desinformation und Sabotageakte, die nach Einschätzung der Staatsregierung vor allem seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zugenommen haben.
Bereits umgesetzt wurden zusätzliche Maßnahmen zur Spionage- und Cyberabwehr sowie neue Präventions- und Sensibilisierungsangebote für Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Bevölkerung. Zudem wurde in Erding ein eigenes Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrum aufgebaut.
Die Staatsregierung kündigte an, die Entwicklung der Bedrohungslage weiterhin eng zu beobachten und zusätzliche Schutzmaßnahmen gegen hybride Bedrohungen zu entwickeln.
Quelle: Bericht aus der Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung vom 19. Mai 2026 (Bayerische Staatskanzlei). Eigene redaktionelle Zusammenfassung.

