Klare Worte an die Verantwortlichen des Klinikums Landshut
Eine Gruppe von knapp 70 Leuten kamen zur heutigen Petitions-Übergabe an das Landshuter Klinikum. Unterstützt von Mitarbeitern der Deutschen Rentenversicherung, des BKH`s, der Stadtwerke Landshut und der AWO die ebenfalls mit Unterschriftenbanner die Aktion unterstützten und Ihren Standpunkt klarmachten.




Fast unter Tränen beschrieb eine Mitarbeiterin des Klinikums Ihren beruflichen Alltag, wie sie auch zu Corona Zeiten alles gab um den Betrieb aufrecht zu halten und nun als Dank dafür eine Lohnminderung bekäme. Lohnminderung aus dem Grund, weil in der ersten Verhandlungsrunde keine Bereitschaft einer Lohnerhöhung zu verzeichnen war und somit nicht einmal die Inflation ausgeglichen wird, so die Aussagen der Klinikum Beschäftigten.
Wurden sie noch zu Pandemie Zeiten hoch gelobt und Entlohnungsversprechen gemacht so ist nun nichts mehr davon zu spüren bemängelten zahlreiche der heute erschienenen.
Als weitere negative Wertschätzung wurde auch das Nichterscheinen der Verantwortlichen des Klinikums, sowie das Fernbleiben von Herrn Oberbürgermeister Alexander Putz bzw. seinem Stellvertreter Herrn Dr. Haslinger gewertet.

Nach Aussage eines Verdi Vertreters ist die Gewerkschaft bereit um Gespräche zu führen und Streiks zu vermeiden.
Das Statement einer Klinikum Angestellten lautete wortwörtlich wie folgt:
„Während Corona haben alle – auch unsere Geschäftsführer, Aufsichtsräte und Co für Pflegekräfte geklatscht und große Reden darüber geschwungen, dass man sich in Zukunft dafür einsetzen werde, dass der Beruf aufgewertet wird.
Nun ist es soweit.
Statt uns zu unterstützen, appelliert man wie immer an unser schlechtes Gewissen…
Ja, wir sollten schlechtes Gewissen haben.
Weil wir das alles viel zu lange hingenommen haben!
Durch unser Schweigen sind immer mehr Kolleginnen und Kollegen aus dem Beruf abgewandert.
Durch unser Schweigen wurden Patienten dadurch immer schlechter versorgt.
Durch unser Schweigen wurden Kolleginnen und Kollegen krank. Kaputt gemacht von einem System, in dem das Geld mehr zählt, als der Mensch.
Wir haben Verantwortung gegenüber den uns unterstellten Patienten. Wir haben auch Verantwortung für uns und dafür, dass der Beruf so attraktiv bleibt, dass auch in Zukunft genug junge Menschen diesen schönen Beruf ergreifen, um die Versorgung aufrecht erhalten zu können.
Wir haben die Rahmenbedingungen nicht gemacht.
Wir ertragen sie lediglich – und das schon viel zu lange!
Während Corona waren wir die Helden…jetzt will man uns nicht mal den Inflationsausgleich zahlen!
Das kommt einer Verminderung des Gehaltes gleich! Dafür dass wir den Laden am Laufen gehalten haben! Das ist eine bodenlose Frechheit!
Seine Worte kann er sich sonst wohin schieben. Sie sind genauso viel wert, wie die Unterstützungsbekundungen während Corona!“

70 % der Beschäftigten des Klinikum Landshut sind bereit für einen Streik – sie wollen ihn nicht – es sei jedoch jetzt das Maß des Erträglichen weit überschritten, meinten die Anwesenden.

